Erstellt am 11. Juli 2012, 00:00

Schöne „Fingerhut-Grüße!“ . SAMMLUNG / Juliana Tölly sammelt nicht, sie nimmt nur gerne Souvenirs von ihren Reisen mit. Fingerhüte, um genau zu sein. Kunterbunte aus allen Teilen dieser Welt.

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VON VANESSA BRUCKNER

OBERWART / Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen – und obendrauf hat er noch einen lustig, bunten Fingerhut aus San Francisco stecken. Genauso wie sein Kollege neben ihm, der Zeigefinger. Und der Mittelfinger, und der Ringfinger, ... Alle zusammen ergeben die rechte Hand von Juliana Tölly. Ihres Zeichens pensionierte Volkschullehrerin mit fast schon herrlich chronischem Reisefieber. Die 61-jährige Oberwarterin hat schon die halbe Welt gesehen und lässt dabei immer etwas „mit (nachhause) gehen“ - Fingerhüte nämlich!

„Auf Reisen nimmt Frau eben gerne ein Souvenir mit. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht mehr, wo und wann ich meinen ersten Fingerhut gekauft habe. Es sind ja mittlerweile schon recht viele davon, die sich in meinem Wohnzimmer tummeln“, sagt die Pensionistin schmunzelnd.

Konkret, 436 an der Zahl. 436 kunterbunte Fingerhüte aus allen Ecken dieser Welt. „Ich bin immer schon gerne auf Reisen gegangen“, erzählt Frau Tölly. „Diese Leidenschaft ist mir, wenn man so sagen will, schon in die Wiege gelegt worden. Sowohl meine Großmutter als auch meine Mutter sind damals viel und gerne verreist.“ 1961 saß Juliana Tölly das erste Mal in einem Flieger Richtung Kanada. Damals war sie 10 Jahre alt. Dass sie Sammlerin ist, würde die pensionierte Lehrerin so nicht unterschreiben. „Es hat sich einfach ergeben. Mittlerweile bringen mir auch Freunde und Bekannte immer wieder einen Fingerhut von ihren Urlaubszielen mit.“ Sortiert hat die Oberwarterin ihre kleinen, bunten Schätze fein säuberlich nach Ländern und Regionen. Wenn sie noch einmal „jung“ wäre, würde sich Frau Tölly ein Wohnmobil kaufen und damit die Fjorde Norwegens bereisen. Die Landschaft dort oben hat es ihr nämlich besonders angetan. In Israel war die Pensionistin aus Oberwart schon zweimal: „Es ist wunderschön dort und wirklich sehr beeindruckend.“

Trotz ihrer vielen Reisen sagt die Oberwarterin schmunzelnd: „Ich glaube, ich fahr immer nur weg, um beim Nachhause kommen festzustellen, dass es nirgendwo schöner ist als Daheim.“

Sammelleidenschaft mit  praktischem Nutzen

Die Sammelleidenschaft hat in den 80er Jahre angefangen. „Andere nehmen Puppen oder Teller als Andenken mit heim, ich Fingerhüte“, erklärt sie im Gespräch mit der BVZ. So ganz grundlos hat sich Juliana Tölly dann aber doch nicht für diese Art von Reisemitbringsel entschlossen. Die Pensionistin stickt nämlich schon ihr halbes Leben lang. Große Tischtücher, Polsterbezüge oder Wandbilde – es gibt nichts, was die Oberwarterin noch nicht bestickt hat. Und was ist des Stick-Profis wichtigste „Schutzbekleidung“?! Richtig, der Fingerhut! An der Auswahl scheitert es sicher nicht.

Bunt, bunt, bunt sind Frau Töllys Fingerhüte: Da hätten wir einen stylisch- goldenen Fingerhut aus Beverly Hills, einen klassischen aus Armenien oder einen eleganten aus Irland.VANESSA