Erstellt am 10. Dezember 2013, 13:01

von Michael Pekovics

Schulfusion ärgert Eltern. Widerstand gegen Verlegung von angeschlossenen Sonderschulklassen. Eltern sammeln Unterschriften. Pinkafeld für nächstes Schuljahr gesichert, Oberwart hat Platznot.

Von Michael Pekovics

Die gute Nachricht zuerst: Die an die Pinkafelder Volksschule angeschlossenen Sonderschulklassen bleiben auch im nächsten Schuljahr bestehen. Das bestätigten Landesschulratspräsident Gerhard Resch („zumindest für das nächste Schuljahr“) und Stadtchef Kurt Maczek (SPÖ).
 
Fix ist auch, dass der dreijährige Zweig der HLW Pinkafeld nach Oberwart verlegt wird, die fünf- und die einjährige Wirtschaftsschule bleiben bestehen. Laut Resch könnte auch der Wirtschaftszweig der HBLA Oberwart von den Änderungen betroffen sein: Gibt es zu wenig Anmeldungen, wird dieser in die HLW Pinkafeld verlegt.

"Die Verlegung ist nicht menschlich"
 
Angespannter ist die Situation im von Oberwart 25 Kilometer entfernten Rechnitz, wo die an die Volksschule angeschlossene Sonderschulklasse (ASO) nach Oberwart ins Sozialpädagogische Zentrum (SPZ) verlegt werden soll. In allen Geschäften liegen Unterschriftenlisten auf. Viele Eltern, allen voran Doris Golacz, die selbst ein Kind in der ASO-Klasse hat, laufen gegen die Pläne Sturm: „Das ist eine reine Katastrophe, damit sind alle Integrationsbemühungen umsonst. Die Verlegung ist nicht menschlich, die Verantwortlichen sehen nur Zahlen und Fakten, aber niemand die Geschichte dahinter“, klagt Golacz.

Unterstützung bekommt sie von Ortschef Engelbert Kenyeri (SPÖ): „Ich werde alle Mittel ausschöpfen, um zu helfen. Es ist unsinnig, die Schwächsten der Schwachen kilometerweit wegzuschicken.“ Landesschulrat Gerhard Resch hält an der von SPÖ und ÖVP im Land getroffenen Entscheidung fest: „In Oberwart können die Ressourcen besser genutzt werden, das ist pädagogisch wertvoller.“ Von den Protesten lässt er sich nicht beeindrucken: „Damit muss ich leben, das ist mein Job.“ Fraglich ist allerdings, ob im SPZ Oberwart genügend Platz vorhanden ist. Laut Stadtchef Georg Rosner (ÖVP) gab es noch keine Gespräche: „Wir freuen uns über jeden Schüler. Aber schon jetzt wird in sechs Containern unterrichtet, einen Ausbau haben wir nicht budgetiert.“
 
Güssing: ÖVP-Vize mit Kritik an der SPÖ
 
In Güssing wiederum, wo das Poly nach Stegersbach verlegt wird, kritisiert Vizebürgermeisterin Helga Maikisch die SPÖ: „Weder Landesrätin Dunst noch Bürgermeister Knor treten für die Schule ein. Das ist ein unglaubliches Versagen.“ Knor kontert: „Das wurde auf Landesebene auch von der ÖVP beschlossen. Maikisch betreibt Kindesweglegung. Dauernd redet man von Strukturreformen, dann macht man sie - und dann fangen wieder alle nach dem Florianiprinzip zu meckern an.“