Erstellt am 11. Januar 2012, 00:00

Sendemast sorgt für Kritik. BÜRGERINITIATIVE / A1 Telekom AG baut derzeit einen 36 Meter hohen Sendemast in Wolfau. Rund 250 Unterschriften von Kritikern des Projekts wurden schon gesammelt.

VON SILKE ROIS

WOLFAU / „Man kann doch nicht einfach in der Nähe einer Wohnsiedlung einen 36 Meter hohen Sendemasten bauen, ohne die Bevölkerung zu informieren“, ärgert sich ein Anrainer in Wolfau, dessen Haus „150 Meter von dem Sender entfernt“ ist, der gerade von der A1 Telekom Austria AG zur besseren Mobilfunk- und Internetversorgung in der Gemeinde errichtet wird.

Anrainer kritisieren fehlende  Einbindung und Aufklärung

Seit November 2011 sind die Arbeiten westlich des Sportplatzes im Gange, im Dezember wurde die Bevölkerung über ein Rundschreiben seitens der Gemeinde offiziell über den Bau informiert. „Einige von uns waren komplett erschüttert“, so der Bewohner der naheliegenden Siedlungsstraße, der bald darauf gemeinsam mit anderen Kritikern eine Unterschriftenliste in Umlauf gebracht hat. Abgesehen von dem Eingriff in die Umwelt, die die Errichtung eines solchen Mastens bedeutet, macht den Anrainern vor allem die mögliche Strahlenbelastung Sorgen. Mit der Bürgerinitiative, die sich gebildet hat, möchten sie ihrem Unmut Ausdruck verleihen: „Es kann ja nicht sein, dass da seitens der Telekom einfach über alle drübergefahren wird und wir null Infos bekommen. Man hört immer wieder von Studien über die Gesundheitsgefährdung durch solche Strahlen, die Verantwortlichen finden es aber nicht der Mühe wert, die Betroffenen ordentlich aufzuklären.“

Rund 100 Menschen wohnen in diesem Wohngebiet, auch eine Anlage der OSG wird dort neben einer schon bestehenden gerade neu gebaut. In ihren Bemühungen, sich gegen den Masten an diesem Standort stark zu machen, hoffen die Kritiker auch auf Hilfe durch die Gemeindespitze: „Der Bürgermeister hat uns Unterstützung zugesagt.“

Schon seit Frühjahr 2010 ist die Telekom auf der Suche nach einem Grundstück in Wolfau, erklärt Bürgermeister Walter Pfeiffer (ÖVP). „Seitens der Gemeinde haben wir mehrmals versucht, weiter außerhalb in größerer Entfernung alternative Grundstücke anzubieten, aber das hat die Telekom, die sich nicht gerade gesprächsbereit gezeigt aht, , sofort vom Tisch gewischt.“ Schließlich fand die Telekom einen privaten Verkäufer. Und nachdem von der BH Oberwart als zuständiger Behörde die naturschutzbehördliche und die wasserrechtliche Bewilligung erteilt wurde, die notwendig war, weil das Grundstück Teil des Ramsar- und des Hochwasserschutzgebietes ist, konnte mit der Errichtung begonnen werden, erläutert der Ortschef. Sämtliche Kompetenzen in diesem Fall seien bei der Bezirkshauptmannschaft gelegen. Der einzige Punkt, über den der Gemeinderat noch abstimmen kann und muss, ist die Stromzuleitung für diesen Masten.

Offener Informations- und  Diskussionsabend am Freitag

Seitens der Gemeindevertretung sähe man die Errichtung ebenfalls „skeptisch“ und man wisse, dass Bedenken der Bevölkerung vorhanden seien, die man „sehr ernst“ nimmt. Mit Blick auf die Information der WolfauerInnen, die schon früher hätte erfolgen können, gesteht der Bürgermeister Versäumnisse ein. Am Freitag, 13. Jänner um 19 Uhr, wird Pfeiffer gemeinsam mit den Initiatoren der Unterschriftenliste einen Informations- und Diskussionsabend im Gasthaus Schweighofer abhalten, man würde sich wünschen, dass auch die Telekom in nächster Zeit stärker an die Gemeinde und die Bevölkerung herantritt.

„Manche sagen, ’Du willst ja auch telefonieren und das Internet nutzen‘, aber ich frage mich schon, warum dieser Sender nicht wo anders stehen kann, sondern so nah an den Häusern und warum man nicht mit den Leuten redet, bevor man so etwas macht. Man weiß ja nicht, wie manche vielleicht auf diese Strahlen reagieren“, so der Wolfauer Anrainer. Rund 250 Unterschriften hat man schon gesammelt, und man ist motiviert, weiterzumachen. „Zwar meinen einige, dass das sowieso keinen Sinn hat, weil eh schon alles fixiert ist und schon gebaut wird. Aber wir wollen es wenigstens nicht stillschweigend hinnehmen, sondern zeigen, dass wir das nicht in Ordnung finden.“