Erstellt am 02. Dezember 2015, 09:12

von Michael Pekovics

„Sexuelle Belästigung“ und Amtsmissbrauch? Harte Vorwürfe an Schule. Laut Anzeige soll es Protokolle von Schülern wegen des Vorwurfs der „sexuellen Belästigung“ geben. Erste Erhebungen dazu wurden eingestellt, jetzt geht es weiter.

Strafen für Schüler sind derzeit laut Schulunterrichtsgesetz verboten. Es gibt aber Überlegungen, das zu ändern.  |  NOEN, Shutterstock/Lucky Business
Vor etwas mehr als zwei Wochen wurde von einem pragmatisierten Lehrer eine Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft eingebracht. Darin wird Landesschulratspräsident Heinz Zitz und einer Beamtin Amtsmissbrauch beziehungsweise Beihilfe vorgeworfen.

„Dazu sage ich gar nichts mehr, da
mache ich nicht mehr mit.“
Landesschulratspräsident Heinz Zitz

Der Lehrer wehrt sich damit einerseits gegen die Nicht-Zulassung zum Hearing um den Schulleiterposten und andererseits gegen eine vorübergehende Freistellung beziehungsweise Versetzung (

), die „die öffentliche Hand um rund 10.000 Euro“ geschädigt haben soll. „Alles nur, weil ich damals den Schülern wegen der Vorwürfe gegen den jetzigen Schulleiter helfen wollte“, so der Pädagoge.

Der BVZ liegt jetzt die eingebrachte Sachverhaltsdarstellung vor. Darin ist unter anderem von „mehreren Anzeigen wegen sexueller Belästigung“ gegen den Schulleiter zu lesen. Weiters wird behauptet, dass der (damalige) Landesschulinspektor rund 20 Einzelprotokolle von Schülern an Landesschulratspräsident Heinz Zitz weitergeleitet haben soll.

Offiziell bestätigt wird das mit dem Hinweis auf „Amtsverschwiegenheit“ weder vom Landesschulinspektor noch von Zitz. „Für mich sind diese Vorkommnisse Ausdruck einer gewissen Hilflosigkeit, wenn man sich nicht mehr anders wehren kann“, sagt ein Insider.

Die damaligen Erhebungen seitens der Staatsanwaltschaft wurden laut Informationen der BVZ allerdings eingestellt. Deshalb wundert es Zitz, dass „diese persönlichen Angriffe jetzt weitergehen“. Zur Causa selbst möchte er – siehe „Amtsverschwiegenheit“ – „gar nichts sagen: Da mache ich nicht mit“.

Schüler wandten sich auch an Bürgermeister

Im Gespräch mit der BVZ behaupten jedenfalls zwei ehemalige Schüler, dass es immer wieder zu anzüglichen Bemerkungen des Schulleiters gekommen sei: „Hosentaschen wurden mehrmals händisch kontrolliert, außerdem wurde uns beim Duschen zugeschaut – inklusive perverser Sprüche und blöder Kommentare.“

Die Schüler seien damals zwar zur Polizei gegangen, wollten dann aber doch keine Anzeige machen, weil sie Auswirkungen auf ihre Schullaufbahn befürchteten und sich nicht sicher waren „ob das alles reicht“.

Der Bürgermeister der Gemeinde bestätigt jedenfalls, dass sich im Frühjahr vier Schüler hilfesuchend an ihn gewandt hatten: „Ich habe die Stellungnahmen protokolliert und weitergeleitet, weil ich ja nur für die Schulerhaltung, nicht aber fürs Personal zuständig bin.“

Der derzeitige Schulsprecher kennt die Vorwürfe: „Nach einem Beschwerdebrief an den Landesschulrat gab es aber keinen Vorfall mehr, alles ist wie ausgewechselt.“ In einem Brief von Schülern, der der BVZ ebenfalls vorliegt, ist von „unangemessenen Leibesvisitationen“, „perversen Andeutungen männliche Geschlechtsteile betreffend“ und „Betreten der Duschräume inklusive obszöner Bemerkungen“ zu lesen.

In einem weiteren Brief eines damaligen Klassensprechers an den Landesschulinspektor ist von „verletzendem Sarkasmus gegenüber schwächeren Schülern, Hänseleien und Diskriminierungen“ die Rede, unterschrieben wurde der Brief von insgesamt zwölf Schülern.

BVZ.at hatte berichtet: