Erstellt am 06. Mai 2015, 11:04

von Vanessa Bruckner

Spital: Kurioser Bau. Kritiker vermuten Raucherplatz. Verantwortliche dementieren: „Maßnahme zur Gebäudesicherung.“

Erst der Anfang. Die Trennwand vor dem Hintereingang zur Unfallambulanz ist nur eine Maßnahme zur Zutrittskontrolle. Weitere sollen folgen. Foto: Vanessa Bruckner  |  NOEN, Vanessa Bruckner
Zwei Tage lang wurde geschraubt und gehämmert. Dabei wurde der Vorplatz zu einem Nebeneingang der Unfallambulanz nicht nur mit Trennwänden umzäunt, sondern hat auch ein kleines Vordach bekommen.

„Unfassbar“, so ein anonymer Beobachter. „Da wird jetzt noch für viel Geld ein Luxusraucherplatz errichtet, obwohl das Krankenhaus neu gebaut werden soll, aber für höhere Ärztegehälter ist kein Geld da.“

Absperrgitter kaum als Sicherheitsmaßnahme tauglich

Johann Nestlang, kaufmännischer Direktor des Krankenhauses Oberwart, dementiert: „Die Trennwände sind eine reine Sicherheitsmaßnahme. Die Tür zur Unfallambulanz liegt ebenerdig und ist für jeden frei zugänglich. Wir hatten immer wieder Vorfälle, bei denen unbefugte Personen ins Gebäude gelangt sind. Deshalb gibt es jetzt umfassende Maßnahmen in puncto Zutrittskontrolle.“



Der neu umzäunte Bereich soll noch ein Sicherheitstor inklusive Alarmanlage bekommen. Das Vordach sei, so Nestlang, einzig und allein dafür gebaut worden, dass man die Tür bei Hitzewellen offen lassen, aber gleichzeitig kein Regen ins Gebäude gelangen kann.

Sieht man sich das Gelände rund um die neue, bauliche Konstruktion allerdings genauer an, fällt auf: Als Sicherheitsmaßnahme gegen ungewünschte Eindringlinge kann diese wohl nicht ernsthaft gedacht sein, denn wer will, spaziert einfach ein paar Meter weiter.

Dort wurde zwar ebenfalls ein Absperrgitter errichtet, aber hebt man das Bein einfach ein bisserl höher, gelangt man mühelos über das Gitter und zu besagter Tür der Unfallambulanz.

Mitarbeiter: „Dort wird schon immer geraucht“

„Für wie dumm wollen die Verantwortlichen uns eigentlich verkaufen“, fragt sich ein Mitarbeiter des Krankenhauses und fügt an: „Der Platz ist schon immer ein Raucherplatz für Bedienstete, das ist kein Geheimnis. Jetzt hat man ihnen eine Luxusversion inklusive Sichtschutz und Vordach gebaut. Allerdings stellt sich mir da die Frage, wozu es dann überhaupt gekennzeichnete Raucherbereiche im Außenareal des Spitals gibt, wenn sich niemand daran hält, denn ein offizieller Raucherplatz ist das dort nicht.“

Nestlang zu dem Vorwurf: „Ich weiß, dass auf dem Platz geraucht wird, aber noch einmal, die Baumaßnahmen dienten ausschließlich der Gebäudesicherung. Auch, wenn irgendwann einmal ein neues Krankenhaus gebaut werden soll, muss das bestehende Gebäude bis dahin in Schuss gehalten werden und die Sicherheit der Menschen darin stets zu hundert Prozent gewährleistet sein. Das haben wir mit den neuen Trennwänden auf jeden Fall erreicht.“

Zu den Raucherbereichen rund um das Oberwarter Spital sagt Johann Nestlang von der KRAGES: „Ziel ist es, in Zukunft nur noch zwei offizielle Raucherbereiche zu haben, aber mit den Rauchern ist es eben wie mit Schulkindern - verbietest du ihnen in der einen Ecke zu stehen, stellen sie sich eben in die nächste und rauchen dort.“