Erstellt am 22. April 2015, 06:20

von Michael Pekovics

Viele Ärzte gehen weg. Primar Manfred Prager verlässt Oberwart nach Wien, auch zwei Oberärzte und eine Gynäkologin verlassen Spital.

 |  NOEN, Pekovics
Immer mehr Ärzte kehren dem Krankenhaus Oberwart den Rücken. Hintergrund ist, wie schon seit einigen Wochen berichtet, das neue Arbeitszeitgesetz. Während im Burgenland die Verhandlungen über ein neues Gehaltsschema laufen, haben andere Bundesländer das schon hinter sich. Mit der Konsequenz, dass viele Mediziner wechseln.

Zuletzt wurde bekannt, dass Primarius Manfred Prager, Vorstand der Chirurgischen Abteilung, Oberwart in Richtung Wien verlassen wird. Im Gespräch mit der BVZ bestätigt er seinen Wechsel nach Wien, er wird Leiter der Chirurgie im Krankenhaus Hietzing: „Eine tolle Herausforderung und eine riesige Aufgabe.“

Weniger Ärzte, aber Akutversorgung sicher

Neben Prager haben zusätzlich zwei Oberärzte der Internen Abteilung und eine Gynäkologin Oberwart verlassen, die Situation bei den Anästhesisten ist weiter extrem angespannt, teilweise mussten Spezialambulanzen (Venen- und Pränataldiagnostische Ambulanz) geschlossen werden, weil es kein Personal dafür gibt.

Laut dem Ärztlichen Leiter Kurt Resetarits alles Auswirkungen des neuen Arbeitszeitgesetzes (

): „Umso größer ein Haus, desto mehr Fluktuation – der massive Umbruch in ganz Österreich macht auch vor Oberwart nicht Halt.“

Resetarits versichert aber, dass die Versorgung von Akutfällen nicht gefährdet ist: „Wartelisten, wie wir sie heute haben, sind neu für burgenländische Patienten, aber in anderen Bundesländern seit Jahren ganz normal.“
Die nächste Runde im Verhandlungspoker zwischen Ärztekammer und Land geht übrigens am kommenden Montag über die Bühne.