Erstellt am 19. Dezember 2012, 00:00

Stadt ist am Zug. Streetwork / Projekt steht vor dem Aus, Land sagt finanzielle Unterstützung zu. Stadtgemeinde muss nun Geld aufbringen.

Von Michael Pekovics

OBERWART / Seit neun Jahren gibt es das Streetwork-Projekt des Trägervereins „Rettet das Kind“ in Oberwart. Finanziell getragen wurde es bisher von Land, Gemeinde und der Organisation selbst. In der Vorwoche informierte „Rettet das Kind“-Generalsekretär Walter Paulhart, dass das Projekt per Ende des Jahres beendet wird: „Da bis dato seitens der Stadt Oberwart keine Zusage für die Finanzierung vorliegt, wird das Streetwork-Haus mit 31. Dezember geschlossen.“

In der Budgetsitzung des Gemeinderates am Donnerstag der Vorwoche kam das Thema ebenfalls zur Sprache – allerdings nur unter dem Punkt „Allfälliges“. Stadtchef Georg Rosner gab zu Protokoll, dass es bisher seitens des Landes keine Rückmeldung gegeben habe, ob es die bisherige Unterstützung von 60.000 Euro weiter geben wird. Am Montag dieser Woche gab es dann ein Gespräch im Büro von Soziallandesrat Peter Rezar (SPÖ), wo das Land diese Summe weiter zusichert. „Von unserer Seite her war immer klar, dass es weitergehen wird. Aber es gab keine Signale seitens der Gemeinde, die Entscheidung muss dort fallen“, heißt es aus dem Büro von Rezar.

Laut Rosner gibt es die grundsätzliche Bereitschaft, das Projekt fortzuführen – allerdings unter gewissen Voraussetzungen: „Ich brauche einen Tätigkeitsbericht, schließlich will ich wissen, wofür das Geld verwendet wird.“ Allerdings sei die Summe von 30.000 Euro noch nicht budgetiert. Außerdem bemerkte Rosner im Zuge seiner Recherchen, dass aus dem Jahr 2012 noch 15.000 Euro offen sind. „Es gab einen Gemeinderatsbeschluss, wo wir gesagt, wir zahlen 15.000 Euro und nicht mehr. Der damalige Vertrag wurde Gerhard Pongracz aber bis jetzt noch nicht unterzeichnet.“ Insgesamt schlägt das Projekt „Streetwork“ also mit 45.000 Euro zu Buche. Dazu kommen noch Miet- und Betriebskosten von 15.000 Euro. Um die Kosten senken zu können, wird auch eine Übersiedelung in die Frauenberatungsstelle angedacht. „Es gab bereits Gespräche, wir würden sicher weniger Miete zahlen“, ist Rosner überzeugt.

Drei Streetworker gibt es in Oberwart, an drei Nachmittagen hat das Haus geöffnet. Pro Tag kommen bis zu 40 Jugendliche in die Anlaufstelle. Dort wird ihnen bei nahezu jedem Anliegen geholfen und es gibt sinnvolle Freizeitbeschäftigungen. „Wo sollen Jugendliche ohne Geld denn sonst auch hingehen?“, fragt Paulhart. Beim Verein „Rettet das Kind“ wartet man nun auf einen Brief der Stadt: „Damit wir vielleicht im Februar schon wieder aufsperren können.“