Erstellt am 03. September 2014, 09:45

von Daniel Fenz

Trotz Uni-Ende: Neue Ideen für die Zukunft. Universitätslehrgang ist ab September eingestellt. Es könnte aber schon bald Unterstützungen oder Fernstudien geben.

Für den Frieden. Bürgermeister Markus Szelinger (l.) mit Peter Kostelka, Blanka Bellak, Christine Teuschler und Johann Pucher (v.l.).  |  NOEN, zVg/Pressefoto Weber
Die EPU-Privatuniversität wurde geschlossen, der Uni-Lehrgang ist daher Geschichte ( die BVZ berichtete ). Die fehlende finanzielle Absicherung war ein Grund dafür, dass die Uni geschlossen werden musste. Geht es nach Bürgermeister Markus Szelinger, „dann wird die ‚EPU‘ aber schon bald wieder aufgesperrt. Wir arbeiten an einer Wiedereröffnung für die Jahre 2015/16.“

Gebürtige Tschechin zog von Wien nach Stadtschlaining

Die Existenz und der Betrieb des Österreichischen Studienzentrums für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK) sind durch diese Einstellung nicht betroffen. Das ÖSFK wird seit Oktober 2013 durch Präsident Peter Kostelka geleitet. Als Direktorin steht ihm seit einem halben Jahr die gebürtige Tschechin Blanka Bellak zur Seite.

Bellak beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Krisenmanagement. Unter anderem war sie in Tschetschenien, Armenien, Georgien und im Kosovo im Einsatz. 2004 schloss sie ihr Doktoratsstudium ab und war bei der UNO tätig. Jetzt hat sie mit ihrer Familie den Wohnsitz von Wien nach Schlaining verlegt.

Bellak: „Wir spielen in einer eigenen Liga“ 

Derzeit wird mit der Universität in Klagenfurt zusammengearbeitet. Bellak kann sich vorstellen, dass von Schlaining aus Studierende in Entwicklungsländern unterstützt werden.

Daher schließt sie auch nicht aus, dass es mit Unterstützung von Schlaining aus Fernstudien geben kann. Es könnte aber noch fünf Jahre dauern, bis diese angeboten werden können. „Meine Aufgabe besteht derzeit darin, dass Partnerschaften vertieft und Arbeitsprozesse im Haus noch effizienter gestaltet werden.“

Das ÖSFK wird von Bund, Land und der EU gefördert. Sorgen um die Zukunft braucht man sich in Schlaining also keine machen. „Wir sind in Österreich einzigartig. Wir spielen in einer eigenen Liga und sind auch begehrter Partner der UNO.“ Die Direktorin wird dabei von einem Kernteam mit zwölf Mitarbeitern sowie rund 200 externen Referenten unterstützt.


Wissenswertes

Das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ÖSFK) vermittelt seit seiner Gründung im Jahr 1982 Strategien friedlicher Konfliktarbeit auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf ziviler Expertise und nachhaltigen Ansätzen für Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung. Für sein Engagement wurde dem ÖSFK 1987 der „Peace-Messenger“-Status der Vereinten Nationen verliehen und 1995 der „Prize for Peache Education“ der Unesco (Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur) verliehen.