Erstellt am 12. Juni 2013, 00:00

Straßenmeister ließ privat für sich arbeiten. Veruntreuung / Ex-Straßenmeister bekannte sich schuldig: 1.800 Euro Geldstrafe und 21.841 Euro Schadensgutmachung ans Land.

Von Elisabeth Kirchmeir

BURGENLAND / Schon 2007 ermahnten die Vorgesetzten den 54-jährigen Straßenmeister, weil er für Arbeiten beim Unternehmen seiner Tochter Mitarbeiter und Fahrzeuge der Straßenmeisterei verwendete. Ab 2009 ließ der Mann, der auch Vizebürgermeister ist, jedoch weitere private Arbeiten während der Dienstzeit durchführen - zum eigenen Vorteil oder für Freunde und Bekannte.

Dem Amt der burgenländischen Landesregierung entstand ein Sachschaden von 9.444 Euro und Personalkosten in der Höhe von 12.297 Euro. Unter anderem ließ der Ex-Straßenmeister Bodenlöcher für die Errichtung einer Pferdkoppel bohren, einen Feldweg asphaltieren und den Platz neben der Kapelle seines Heimatort schottern und asphaltieren.

Für ein Feuerwehrhaus wurde ein Regenwasserkanal hergestellt, für seine Heimatgemeinde ließ er Blumenbeete anlegen. „Ich bin Obmann des Verschönerungsvereines“, erklärte der Angeklagte. Im September 2011 hatte er daheim eine Baustelle: Für sein Carport ließ er die Grabungs- und Transportarbeiten von der Straßenmeisterei durchführen. Einem Mitarbeiter wurde es zu viel: Er dokumentierte die privaten Bauprojekte seines Chefs und meldete sie.

Der Straßenmeister wurde fristlos entlassen, derzeit lebt er von der Notstandshilfe. Er bekannte sich schuldig; mit dem Land hat er zur Schadensgutmachung eine Ratenvereinbarung getroffen. „Das sind keine Kavaliersdelikte!“, hielt Richterin Mag. Karin Knöchl fest. „Der Steuerzahler hat ein Recht darauf, dass die Ressourcen des Staates dort eingesetzt werden, wo sie hingehören.“ Der Mann wurde zu einer Geldstrafe in der Höhe von 1.800 Euro verurteilt, er nahm das Urteil an.