Erstellt am 06. Februar 2013, 00:00

Streetwork vor Umzug. Verhandlungen /  Für Betrieb fehlen 30.000 Euro, Stadt hat kein Geld. Pinkafeld stünde für Fortführung bereits in den Startlöchern.

Von Vanessa Bruckner

OBERWART / 2013 ist bis dato ein recht einsames Jahr für das Streetwork-Haus in der Oberwarter Reichlgasse. Zum Jahreswechsel musste das Haus nämlich nach über neun Jahren geschlossen werden, da für den Betrieb 30.000 Euro fehlen (die BVZ berichtete).

Jetzt suchen Land und Stadt gemeinsam nach einer Lösung für das Projekt. Das wiederum ist allerdings gar nicht so einfach.

Rosner: „Mehr Geld 

60.000 Euro jährlich hat das Land für sein einziges Streetwork-Projekt bislang zur Verfügung gestellt. Das soll auch laut dem zuständigen Landesrat Peter Rezar (SPÖ) so bleiben.

In den Jahren zwischen 2005 und 2010 hat die Stadtgemeinde Oberwart jährlich 15.000 Euro zugeschossen. 2011 waren es dann erstmals 45.000 Euro. „Ein einmaliger Betrag, den sich Oberwart aber ,in Zeiten wie diesen‘ einfach nicht mehr leisten kann“, so der Bürgermeister der Stadt, Georg Rosner und sagt weiter: „Wir können lediglich die Kosten für das Haus übernehmen und jährlich 15.000 Euro zuschießen.“ Es fehlen also 30.000 Euro, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können.

Stadt Oberwart hat 

Wer jetzt gut aufgepasst hat, stellt sich jetzt die Frage: „Und was war 2012? Wie wurde das Streetwork-Projekt im letzten Jahr finanziert?“ Eine wirklich gute Frage, die Antwort darauf ist allerdings äußerst „prekär“.

Wie der BVZ jetzt bekannt wurde, hat die Stadt den Vertrag für das Projekt im vergangenen Jahr nämlich nie unterschrieben und auch kein Geld an den Projektträger „Rettet das Kind“ überwiesen. Heißt konkret: Das Projekt ist weiter gelaufen, aber am Ende des Jahres fehlten 30.000 Euro dafür.

Walter Paulhart, Generalsekretär von „Rettet das Kind“, informiert: „Oberwart hat 2012 lediglich die Kosten für das Streetwork-Haus bezahlt. 15.000 der fehlenden 30.000 Euro sind vergangene Woche, Gott sei Dank, von der Stadtgemeinde auf unserem Konto eingetroffen. Die anderen fehlenden 15.000 Euro für 2012 musste unser Verein übernehmen.“

Wie es jetzt mit dem Streetwork-Projekt in Oberwart weiter geht, steht noch in den Sternen, denn Bürgermeister Rosner betont nach wie vor: „Mehr als 15.000 pro Jahr haben wir dafür einfach nicht.“

Rezar: „Fortsetzung in 

Wo das Streetwork-Projekt in Zukunft vielleicht „gehen könnte“, wäre in der Gemeinde Pinkafeld. Dort feilt man bereits intensiv an einem Jugendprojekt. 60.000 Euro Landeszuschuss sind für Bürgermeister Kurt Maczek natürlich eine Überlegung wert, um aus einem Jugend- ein Streetwork-Projekt zu machen: „Wenn man das Geld von Oberwart nach Pinkafeld weiterleiten könnte, warum nicht?“

Landesrat Peter Rezar bestätigt: „Es gab bereits Gespräche mit Pinkafeld. Sollten die Gespräche mit der Stadt Oberwart scheitern, wäre eine Fortsetzung in Pinkafeld denkbar. Bis dahin hat aber Oberwart Priorität.“