Erstellt am 06. Juli 2011, 00:00

Streit im Altenheim. DROHUNG / Zwist um Förderung für Kurs von polnischer Praktikantin - diese soll Messer gezückt haben: „Die Klinge ist scharf.“

BEZIRK OBERWART /  Im Zuge eines Praktikums einer polnischen angehenden Heimhelferin kam es am 22. Februar 2011 in einem Altenheim im Bezirk Oberwart zu einer Auseinandersetzung. „Ich sprach mit den anderen drei Beschäftigten darüber, dass ich die Kurskosten ersetzt bekomme“, berichtete die Beschuldigte, die 49-jährige Polin.

Eine der Kolleginnen habe dies als „Frechheit“ bezeichnet, zumal die „eigenen Leute das aus der eigenen Tasche bezahlen müssten“. „Ich fragte - wo ist der Unterschied, ob das eine Polin oder eine Österreicherin macht? Das ist eine schwere Arbeit“, so die Beschuldigte.

Sie soll im Zuge des Gespräches ein Messer genommen, über die Klinge gestrichen und gesagt haben: „Das Messer ist scharf. Sehr scharf.“

Polin musste ihr  Praktikum beenden

Am nächsten Tag sei sie zur Pflegeleiterin gerufen und darüber informiert worden, dass ihr Praktikum beendet sei. „Ich dachte, das ist ein schlechter Albtraum“, sagte die Ex-Praktikantin, die bestritt, ein Messer zur Hand genommen und damit die Kollegin bedroht zu haben.

„Ich habe mich momentan bedroht gefühlt, wenige Sekunden danach dachte ich mir: Was soll’s?, und fürchtete mich nicht mehr“, erklärte jene Frau, gegen die sich die Attacke richtete.

„Das ist keine gefährliche Drohung“, meinte Richter Dr. Wolfgang Rauter. „Eine momentane Beunruhigung ist juristisch zu wenig.“ Er sprach die Frau frei.