Erstellt am 09. April 2014, 10:02

von Vanessa Bruckner

Streit um Hühnerstall. Auf die Barrikaden / Geplanter Neubau mit 24.000 Tieren sorgt für Wirbel. Anrainer planen Einspruch gegen Gutachten.

Unmut. Einige Anrainer fürchten um ihre Gesundheit und wollen keine zusätzliche Feinstaubbelastung durch weitere 24.000 Hühner. Foto: Erwin Wodicka - BilderBox.com  |  NOEN, Erwin Wodicka - BilderBox.com
Gegackert wird auch so schon genug in der Gemeinde Badersdorf. Zählt man die aktuelle Aufregung um einen weiteren geplanten Hühnerstall dazu, könnte es in nächster Zeit wirklich unangenehm laut in der Ortschaft werden.

„Gutachten und reales Leben sind zweierlei“ 

Ein Landwirt plant nämlich, zu seinem bereits bestehenden Stall mit insgesamt 9.000 Flügeltieren, einen weiteren zu errichten. Problem dabei: In Summe 33.000 Hühner sind den Anrainern definitiv zu viel des Geflügels. Der alte und der neu geplante Stall stehen in unmittelbarer Nähe zu einem Wohngebiet. Konkret: 700 Meter weiter.

Jetzt gehen einige Bewohner der Siedlung auf die Barrikaden. „Wir werden auf jeden Fall Einspruch gegen den Flächenwidmungsplan erheben“, verspricht ein Anrainer (Name der Redaktion bekannt).

Drei Gutachten hat die Gemeinde zum Neubau machen lassen, die besagen, dass es zu „Lärm- und Geruchsbelästigungen“ kommen wird, aber im „ortsüblichen Ausmaß“. „Gutachten sind eine Sache, mit den Verhältnissen leben zu müssen eine andere“, sagt der Anrainer.

Keine Kritiker bei Bürgerversammlung

„Die Gutachten gehen kaum auf die, durch die Hühner verursachte Feinstaubbelastung ein, und die inkludiert eben Amoniak, was alles andere als gesund ist“, gibt der besorgte Anrainer zu bedenken. In Badersdorf habe man durch den Steinbruch schon genug Feinstaubbelastung im Ort, „da brauchen wir nicht auch noch 24.000 Hühner zusätzlich.“

Der Mitbetreiber der Landwirtschaft, Martin Steurer, versteht die Aufregung um das geplante Projekt seiner Familie wiederum nicht. „Wir haben zwei Bürgerversammlungen organisiert, wo wir Experten von der Landwirtschaftskammer und sogar eine Projektplanungsfirma engagiert hatten. Von den Kritikern ist allerdings niemand bei den Versammlungen gewesen. Wir dürften laut Gutachten sogar 48.000 Tiere haben und bauen 400 Meter weiter vom Wohngebiet entfernt, als die Auflagen vorgeben.“ Bürgermeister Franz Heiden will seine Bürger selbst entscheiden lassen.