Erstellt am 27. März 2013, 00:00

Strom für den Sender. Sendemast Wolfau / Gemeinderatsbeschluss sorgt für Bewegung in der Causa. Inbetriebnahme am umstrittenen Standort rückt damit näher.

 |  NOEN
Von Silke Rois

WOLFAU / Über ein Jahr schon ist der Sendemasten, den die A1 Telekom Austria AG zur besseren Mobilfunk- und Internetversorgung ganz in der Nähe einer Wohnsiedlung und des Kindergartens errichtet hat, Dauerthema in Wolfau. Nun kommt wieder Bewegung in die Sache. In der letzten Sitzung des Gemeinderates wurde nämlich ein Beschluss gefasst, der eine Inbetriebnahme des Senders an seinem umstrittenen Standort immer wahrscheinlicher macht.

„Es war an der Zeit, eine Entscheidung zu treffen“ 

Bislang konnte die Telekom den Sendemasten nicht aktivieren, weil die dafür notwendige Stromzuleitung noch nicht vorhanden ist. Nun aber wird der Telekom die Genehmigung, um die entsprechenden Grabungsarbeiten für die Stromzuleitung durchführen zu können, „in den nächsten Tagen zugestellt werden“, so Bürgermeister Walter Pfeiffer vergangene Woche gegenüber der BVZ. Lange haben die politisch Verantwortlichen in der Gemeinde versucht, nach Lösungen zu suchen und mit der Entscheidung gerungen, nun aber hat der Gemeinderat einstimmig die straßenpolizeiliche Bewilligung dafür erteilt. „Entsprechend der gesetzlichen Auflagen war es jetzt einfach an der Zeit, diesen Beschluss zu fassen“, erklären Pfeiffer und auch sein SPÖ-Vize Ronald Brenner. „Wir haben diesem Schritt nicht mehr ausweichen können.“

„Ein kleines Stückchen fehlt aber noch...“ 

Startschuss für die Inbetriebnahme ist das aber noch keine. Denn die Genehmigung, die erteilt wurde, betrifft nur die Grabungsarbeiten auf dem öffentlichen Gut. Ein kleines Stück, das zwischen dem Mast und dem Stromkasten liegt, ist „nicht-öffentliches Gut“ und Privateigentum der Gemeinde. Um dort weitergraben zu können, bedarf es wieder einer eigenen Bewilligung. „Ich nehme aber an, dass die Telekom mit uns diesbezüglich bald Kontakt aufnehmen wird, und dann werden wir wieder weitersehen“, so Pfeiffer.

Wenig erfreut über diese neuen Entwicklungen ist natürlich die Bürgerinitiative, die – um die Gesundheit der Anrainer besorgt – seit dem Vorjahr für die Versetzung des Masts kämpft. Überraschend aber kam es nicht für sie. „Ein bisschen Zeit hätte man vielleicht schon noch gewinnen können. Letztlich aber war uns klar, dass dieser Beschluss durch den Gemeinderat nicht verhinderbar ist und er früher oder später die Genehmigung erteilen wird“, so Karl Kolar, Leiter der Bürgerbewegung.

„Vielleicht haben wir ja doch noch eine Chance“ 

Die Hoffnung aber gibt die Initiative trotzdem nicht auf. „Wir wollen weiter engagiert versuchen, Aufklärungsarbeit zu leisten – in der Hoffnung, dass wir die Wolfauer Bevölkerung auf unserer Seite haben. Und vielleicht haben wir dann ja doch noch eine Chance, die Telekom dazu zu bewegen, den Masten zu versetzen.“ Eine Info-Veranstaltung zum aktuellen Stand ist in Planung.