Erstellt am 02. Mai 2012, 00:00

Süd-ÖVP gegen Niessl. VERKEHR / Schlechte Noten für das südburgenländische Verkehrskonzept. Drei ÖVP-Politiker aus der Region kritisieren Niessl: „Konzept dient nur der Rechtfertigung.“

 |  NOEN

VON MICHAEL PEKOVICS

REGION / Keine Woche vergeht, in der Verkehr nicht ein Thema ist. Am Montag gingen die drei ÖVP-Politiker Andrea Gottweis, Walter Temmel und Helmut Sampt an die Öffentlichkeit und kritisierten das neue Verkehrskonzept für das Südburgenland.

„Das von Landeshauptmann Hans Niessl vorgelegte Konzept ist für uns nicht akzeptabel – wir werden da sicher nicht mitstimmen“, sagt Gottweis im Wissen, den gesamten ÖVP-Klub hinter ihr zu haben: „Das war harte Arbeit, ist aber jetzt Klublinie.“ Gottweis fordert: „Wiederaufnahme des Personenverkehrs Oberwart-Friedberg, Erhaltung des Güterverkehrs, Qualitätsverbesserung und Reaktivierung der Bahnverbindung von Oberwart über Rechnitz nach Steinamanger“. Für Sampt wiederum hat die Strecke Budapest-Szentgotthard-Jennersdorf-Feldbach-Graz „oberste Priorität: Wir brauchen den Zugang zu den hochrangigen europäischen Verkehrsnetzen“. Bundesrat Walter Temmel fordert gar „Solidarität beim öffentlichen Personennahverkehr ein“, denn: „Es wäre nur gerecht, wenigstens einen Bruchteil der Investitionen für das Nord- auch dem Südburgenland zu geben.“ Sein Vorschlag sind „kleine, spritzige Busse“, die mit Gas aus Hackschnitzel – „Stichwort: Wertschöpfung“ – betrieben werden sollen. Unterstützt wird die Forderung von der Wirtschaftskammer, die sich in einem offenen Brief an die Bürger der Gemeinden Kleinmürbisch, Großmürbisch, Tschanigraben, Inzenhof und Neustift/Güssing gewandt hat: „Das von uns schon 2003 vorgeschlagene Mobilitätskonzept wurde damals abgelehnt – unser neues Modell ist weit kostengünstiger als jenes des Landes.“

Zinggl: „Am Verkehrskonzept  wird nicht mehr gerüttelt“

Für Peter Zinggl, Verkehrskoordinator des Landes, sind die Arbeiten am Verkehrskonzept Südburgenland aber abgeschlossen: „Daran wird nicht mehr gerüttelt.“ An eine mögliche Einstellung des Güterverkehrs ab Oberwart glaubt er nicht – solange keine Investitionen in die Strecke notwendig sind.