Erstellt am 25. März 2015, 06:25

von Michael Pekovics

Unruhe bei den Bauern. Biogas GmbH, bestehend aus knapp 50 Bauern, klagte Landtagsabgeordneten Reinhard Jany auf 3.500 Euro stellvertretend für drei weitere Unterschützer Landwirte.

 |  NOEN, ROBERT PARIGGER (APA (Archiv/Parigger))
Die Geschichte begann im Jahr 2007, als sich knapp 50 Bauern zu einer Biogas GmbH zusammenschlossen. Diese Gesellschaft ging einen Liefervertrag mit der KELAG Wärme GmbH in Pinkafeld ein – pro Jahr sollten 15.000 Tonnen Maissilage zum Preis von 15 Euro geliefert werden.

Die Verrechnung und Logistik der GmbH wurde vom Maschinenring übernommen, als Geschäftsführer wurde quasi automatisch der derzeitige Maschinenring-Obmann Hans Peter Werderitsch bestellt.

Vier Unterschützener wollten nicht zahlen

Die Geschäfte liefen gut, teilweise sogar sehr gut. Denn der Preis für Silage zog immer weiter an: Zuerst auf 20 Euro, dann auf 25 und im Dürrejahr 2013 sogar auf bis zu 35 Euro.

Angesichts der höheren Gewinne am freien Markt erfüllten einige Bauern der Biogas GmbH den Liefervertrag mit der KELAG (für 15 Euro mit einem Kündigungsverzicht auf sieben Jahre) nicht, andere wiederum konnten aufgrund der Dürre gar nicht liefern.

Die KELAG zog daraufhin die hinterlegte Bankgarantie von 300.000 Euro, die Bank wiederum forderte diesen Betrag von der Biogas GmbH, die sich ja aus den Landwirten selbst zusammensetzt. Die meisten Bauern zahlten, abhängig von ihren Lieferungen und ihrem Anteil in der Gesellschaft, diese „Strafe“. Nur vier Landwirte aus Unterschützen sahen das nicht ein.

Jany: „Sache für mich abgeschlossen“

Der Streit gipfelte in einem Prozess am Bezirksgericht Oberwart, die diesbezügliche Verhandlung fand im Jänner statt.

Namentlich angeklagt war Landtagsabgeordneter Reinhard Jany (ÖVP), weil dessen Anteil an der Gesellschaft (ein Hektar) der kleinste war und der Kläger (Biogas GmbH) unnötige hohe Gerichtskosten vermeiden werden wollte – Streitwert 3.500 Euro. Zu einem Urteil kam es aber nicht, weil vor der Zustellung des schriftlichen Urteils der Angeklagte Jany den geforderten Betrag einzahlte.

Im Gespräch mit der BVZ betont Jany, dass „die Sache für mich abgeschlossen ist“. Er ist auch der Meinung, dass „der Maschinenring die Bauern im Stich gelassen hat“ und dass „der Vertrag mit der KELAG mutwillig“ gekündigt worden war.

Werderitsch versteht die Welt nicht mehr

Den Hinweis, dass nicht der Maschinenring, sondern die aus den rund 50 Bauern bestehende Biogas GmbH Jany geklagt hatte, lässt er nicht gelten: „Das sind die gleichen Personen.“ Und: „Auch innerhalb der Partei gibt es nicht nur Freunde, aber ich habe mich immer für sie ins Zeug gelegt.“

Der auf den Fall angesprochene Maschinenring-Obmann und Biogas-Geschäftsführer Hans Peter Werderitsch versteht die Welt nicht mehr: „Wir haben den Bauern geholfen, aus dem bis 2016 laufenden Vertrag auszusteigen, schließlich haben sie nur 15 Euro pro Tonne bekommen, aktuell sind aber rund 25 Euro pro Tonne zu erzielen.“

Es könne also keine Rede davon sein, jemanden in Stich zu lassen. Mittlerweilen haben auch die vier Unterschützer Landwirte ihre Schulden beglichen.