Erstellt am 26. Oktober 2011, 00:00

Systematischer Betrug?. OFFENE RECHNUNGEN / Obwohl Exekutionen anhängig waren, bestellte ein Geschäftsmann Waren und Dienstleistungen.

BEZIRK OBERWART / Glücksbringer im Wert von mehr als 3.000 Euro, Rechtsanwaltskosten von ebenfalls rund 3.000 Euro, Elektroinstallations- und Zimmereiarbeiten wurden von dem 43-jährigen Mann ebenso nicht bezahlt wie Sexartikel um 171 Euro und Zeitungsannoncen im Wert von rund 1.000 Euro. Außerdem soll sich der Mann von einem Geschäftspartner Geld ausgeborgt, aber nicht zurückgezahlt haben. Teilweise soll in die Betrugsfälle auch die 39-jährige Ex-Gattin involviert gewesen sein. Beide mussten sich vorige Woche vor Richter Dr. Wolfgang Rauter verantworten.

Der Angeklagte weist bereits 15 Vorstrafen auf, seine Ex-Gattin vier. 2009 eröffnete der Unternehmer im Bezirk Oberwart ein Lokal mit Spielautomaten, das als Club geführt wurde, weil er für einen Gastbetrieb keine Genehmigung erhalten habe.

Sexartikel bestellt,  aber nicht bezahlt

Eine Elektrofirma und ein Zimmereibetrieb führten Arbeiten durch, die nicht bezahlt wurden. Offen blieben auch viele andere Rechnungen, zum Beispiel für Sexartikel. „Ich kann mich nicht erinnern, jemals bei diesem Versandhaus etwas bestellt zu haben“, wunderte sich der Angeklagte.

Den Rechtsanwalt engagierte seine Gattin im Jahr 2007, als ihr Mann wegen Suchtgifthandels verhaftet wurde. „Es war ausgemacht, dass ich das in Raten abzahle, wenn ich eine Arbeitsstelle habe“, sagte die Frau. „Das Wasser stand Ihnen schon über dem Kopf!“, wunderte sich Richter Dr. Wolfgang Rauter. „Trotzdem nahmen Sie noch weitere Bestellungen vor!“

Prozess vertagt, Zeugen  werden nun befragt

Jener Geschäftspartner, der dem Angeklagten die Glückspielautomaten vermietet hatte, wurde in der Verhandlung als Zeuge einvernommen. „Ich habe ihm Geld geborgt, damit er das Lokal aufsperren kann. Bei der Polizei warnte man mich später, dass er ein stadtbekannter Betrüger ist.“ Sein Bargeldschaden liege bei 7.000 Euro.

Der Prozess wurde nun vertagt, weil weitere Zeugen befragt werden müssen.