Erstellt am 03. August 2011, 00:00

Taxi kontra Gemeindebus. MOBILITÄT / Mobilitäts-Workshop in Großpetersdorf offenbarte Konflikt zwischen Verkehrsplanern des Landes und der Wirtschaftskammer. Fakt ist: Lösungen müssen her.

 |  NOEN
VON MICHAEL PEKOVICS

REGION / An die 25 Personen hauptsächlich Vertreter der Wirtschaftskammer, Taxiunternehmer und ÖVP-Bürgermeister fanden sich auf Einladung von Verkehrskoordinator Peter Zinggl in Großpetersdorf im Gasthaus Wurglits zum Workshop Mobilität ein. Dabei stellte Zinggl, unterstützt von Roman Michalek von der Mobilitätszentrale und Sonja Kögl von der Dorferneuerung, das Projekt Gemeindebus vor. Untermauert wurde die Argumentation durch Ingrid Putz und den Zahlen einer SORA-Umfrage unter 600 Personen in den Gemeinden rund um Bildein. In der Region sind 39 Prozent der Bevölkerung potenzielle NutzerInnen, das entspricht rund 2.800 Personen, fasste Putz das Ergebnis zusammen. Zinggl freute sich im Gespräch mit der BVZ, dass wir das Interesse für Gemeindebussysteme wecken konnten. Das Land will nicht von oben herab bestimmen, sehr wohl aber mit Förderungen Anreize schaffen, damit sich die Gemeinden selbst überlegen, was für sie am besten ist.

Kritik an der Verkehrspolitik des Landes kam von den Bürgermeistern und auch von der Wirtschaftskammer. Wir brauchen eine Mindestversorgung, das ganze Geld fließt in den Norden, ohne Verkehrsanbindung wird das Südburgenland absterben, meinte Eberaus Gemeinderat Lorenz Fabsits. Patrick Poten und Bernhard Dillhof von der Wirtschaftskammer kritisierten, dass uns Unternehmern mit Steuergeld Konkurrenz gemacht werden soll. Poten warnte: Die Gemeinden werden zu etwas animiert, das sie sich nicht leisten können. Ähnlich auch Bildeins Bürgermeister Walter Temmel: Es kann nicht sein, dass Land und Bund die Kosten für den öffentlichen Verkehr auf die Gemeinden abwälzen. Mit maximal 20.000 Euro Förderung für fünf Gemeinden kann man keinen vernünftigen Personenverkehr betreiben. Zinggl argumentierte, dass es eine Grenze gibt, wo ein bedarfsorientiertes System wie der Gemeindebus besser ist als ein Linienverkehr. Er appellierte an die Wirtschaft, das Projekt eher als Chance zu sehen und nicht als Gefahr.

Bildeins Bürgermeister Walter Temmel hatte mit der von Landesverkehrskoordinator Peter Zinggl präsentierten Lösung Gemeindebus keine Freude: Land und Bund wollen wieder nur Kosten an Gemeinden abwälzen sie sollten aber die Grundversorgung garantieren.