Erstellt am 08. Dezember 2010, 00:00

Teure Schulen für die Orte. BILDUNG / Mehrere Gemeinden rund um Oberwart wandten sich vor Kurzem an den Verwaltungsgerichtshof. Ihnen sind die Schulerhaltungsbeiträge zu hoch.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

VON SILKE ROIS UND

MICHAEL PEKOVICS

OBERWART, REGION / Wenn sich etwas in der Bezirkshauptstadt wahrlich sehen lassen kann, dann sind das die Schulen. Angefangen von der Neuen Mittelschule (EMS) über die Sonderschule bis hin zur Berufsschule wurde in den vergangenen Jahren kräftig investiert, die Finanzierung erfolgte meist per Leasing. Nun gibt es Kritik von Bürgermeistern einiger umliegenden Gemeinden, allen voran Kemetens Ortschef Johann Nussgraber (SPÖ), weil die Schulerhaltungskosten von Jahr zu Jahr steigen würden. Mit der Einführung der Neuen Mittelschule fiel auch die Sprengelpflicht, jeder Schüler kann also die Schule besuchen, in die er möchte.

„In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Kosten verdoppelt“, ärgert sich Nussgraber. Für Bürgermeister Gerhard Pongracz ist die Kritik nicht nachvollziehbar: „Wir investieren in Bildung, damit die Kinder bessere Chancen am Arbeitsmarkt haben – das ist auch für die Gemeinde Kemeten ein Vorteil. Ich verstehe, dass die Kommunen sparen müssen, aber dort wo es um Bildung geht, ist das der falsche Weg.“ Zusatz: „Uns die Schüler schicken und nichts dafür zahlen wollen, das wäre wieder uns gegenüber unfair.“ Nussgraber will sich „die Sache künftig auf alle Fälle genauer anschauen: Jedes Jahr kommen neue Ausstattungskosten dazu, das ist unverständlich“.

Bezirksschulinspektor Reinhard Goger meinte gegenüber der BVZ, dass „die Anerkennung des Schulbesuches in fremden Sprengel in unsere Zuständigkeit fällt. Anträge werden zu 100 Prozent bewilligt“. Mit der Zahlung von Schulerhaltungsbeiträgen habe seine Behörde nichts zu tun.