Erstellt am 10. Januar 2018, 05:32

von Vanessa Bruckner

Pferd stirbt nach Silvester-Lärm. Marianne Bodendorfer muss ihre Stute Mira nach einer Kolik einschläfern lassen. Grund dafür: Der enorme Stress, den die Silvesterkracherei für die Tiere bedeuten.

Die Knallerei war zu viel für sie. Die 27 Jahre alte Warmblut-Stute Mira starb kurz nach der Silvesternacht an einer stressbedingten Kolik. Besitzerin Marianne Bodendorfer und der Tierarzt kämpften vergeblich um das Leben des Tieres.  |  BVZ, zVg

Alle Jahre wieder freuen sich Feuerwerksliebhaber auf den Jahreswechsel – und Tierbesitzer, die fürchten sich. „Ich verbringe Silvester mit meinem Hund im Keller, dort hört er die Schießerei nicht so laut und dreht nicht komplett durch“, erzählt eine Tierliebhaberin, die anonym bleiben möchte. Denn „man kann ja nicht den halben Ort schimpfen, weil die Leute zu Silvester Raketen steigen lassen.“

 |  BVZ

Marianne Bodendorfer aus Wolfau wiederum will nach dem vergangenen Jahreswechsel nicht mehr den Mund halten. Die 53-Jährige musste ihre Stute Mira nur wenige Tage nach Silvester einschläfern lassen. „Mira starb an einer stressbedingten Kolik, diesmal konnte der Tierarzt nichts mehr für sie tun“, erzählt die Besitzerin. Seit Jahren müsse sie, so die Verkäuferin im Gespräch mit der BVZ, den Tierarzt kurz nach Silvester rufen, weil ihre Pferde durch die Schießerei so gestresst sind, dass „immer eines an einer Kolik erkrankt“.

Pferd starb an den Folgen von Stress aufgrund der Knallerei

Sogenannte Stresskoliken bei Pferden sind sehr häufig und enden oft in einem kompletten Darmverschluss, der zum Tod des Tieres führt. So geschehen auch bei der Stute von Marianne Bodendorfer. Dies bestätigt auch der Tierarzt der Familie, Martin Codalonga: „Es war nicht der erste Notfall nach einer Silvesternacht, zu dem uns Frau Bodendorfer gerufen hat. Das Pferd starb an den Folgen von Stress aufgrund der Knallerei und war nicht das einzige Tier, das wir nicht mehr retten konnten.“

„Um Mitternacht schießen muss reichen“

Deshalb appelliert die Wolfauerin an alle, die der Meinung sind, 24 Stunden durchgehende Böller und Raketen in die Luft jagen zu müssen: „Feuerwerke gehören zum Jahreswechsel dazu. Aber es muss doch genug sein, wenn ich um Mitternacht etwas Krach mache. Ich hab Mira als Fohlen gekauft und sie gehörte 27 Jahre lang zur Familie. Der Verlust schmerzt mich sehr. Bitte, denken Sie nächstes Jahr an all die Tiere, die vor Angst wirklich sterben, während Sie lautstark feiern.“