Erstellt am 26. Oktober 2011, 00:00

Tobiasschule wurde in letzter Sekunde gerettet. BILDUNG / Anonyme Großsponsorin verhindert Schließung der Schule. Neuer pädagogischer Leiter soll Bildungsstandard heben.

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VON MICHAEL PEKOVICS

KEMETEN / In der vorigen Woche hatte es noch nach einem Ende der Tobiasschule in Kemeten ausgesehen. In der Nacht von Sonntag auf Montag dann die Erlösung für Schulgründer Norbert Hackl. „Wir hätten zusperren müssen, wenn sich nicht in allerletzter Sekunde ein Großsponsor gefunden hätte“, erzählt Hackl. „Seit Sonntagabend ist die Finanzierung der Schule aber zumindest für die kommenden beiden Jahre gesichert – vielleicht auch darüber hinaus.“

Neue Finanzierung und  neuer pädagogischer Leiter

 

Zusätzlich zur gesicherten Finanzierung der Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht wird auch ein neuer pädagogischer Leiter installiert. „Wir haben mit Eduard Schlaffer aus Deutsch Schützen einen ausgezeichneten Pädagogen gefunden, der über eine 40-jährige Erfahrung im Unterricht an Volks- und Hauptschulen verfügt. Schlaffer war in Wien für die Implementierung von Bildungsstandards zuständig“, erzählt Hackl. Schlaffer war zuletzt schon als Bildungsberater in der Tobiasschule tätig, mit ihm soll der pädagogische Standard erhöht werden. „Wir möchten weg vom alternativen Ruf. Unser Ziel ist, den Bildungsstandard so hoch wie möglich anzusetzen“, erklärt Hackl.

Derzeit besuchen zehn Schüler die Tobiasschule in Kemeten, Anfang September waren es noch einige mehr gewesen. Aufgrund der finanziellen Unsicherheit hatte nämlich eine Lehrkraft gekündigt, daraufhin mussten die Kinder der dritten und vierten Klasse Hauptschule in anderen Schulen wechseln. „Das war quasi ein Dominoeffekt: Finanzielle Unsicherheit, ein Lehrer hat deswegen gekündigt, dadurch hatten wir weniger Schüler und weniger Einnahmen – wir haben in den letzten vier Wochen um die Stabilisierung gekämpft – und das ist uns jetzt dank der großzügigen finanziellen Unterstützung einer Dame, die anonym bleiben will, gelungen“, sagt der „überglückliche“ Norbert Hackl im Gespräch mit der BVZ.

Ziel ist eine Erhöhung  der Schüleranzahl

 

Zuletzt war die Rede davon, dass die Tobiasschule künftig nur mehr als Volksschule geführt werden soll. Das ist durch das Sponsoring aber vom Tisch. „Wir wollen wieder auf eine Schüleranzahl von 30 kommen, für maximal 36 Kinder hätten wir Platz“, sagt Hackl. Schlaffer freut sich auf die neue Herausforderung: „Ich bin von der Idee der Tobiasschule begeistert, derzeit überarbeiten wir das Grundkonzept“, so der pädagogische Leiter, der sich „voll und ganz für diese Schule zur Verfügung stellt“.

Bis am Sonntag hatte es noch nach einem schnellen Ende für die Tobiasschule in Kemeten ausgesehen. In der Nacht auf Montag wurde eine Sponsorin gefunden, der Schulbetrieb ist für zwei Jahre gesichert.