Erstellt am 05. März 2014, 10:16

von Elisabeth Kirchmeir

Treibstoff abgezweigt. Bezirk Oberwart /  Tankwagenfahrer manipulierten Abfüllanlagen: Hunderttausende Liter Treibstoff und Heizöl wurden veruntreut.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka
Von Elisabeth Kirchmeir

Einem aufmerksamen Steuerberater einer Tankstelle waren Fehlmengen in den Treibstofftanks aufgefallen. Die gelieferten Benzin- und Dieselmengen waren immer viel schneller aufgebraucht, als die Kassa sich füllte.

Veruntreuung und Betrug: Vier Tankwagenfahrer vor Gericht

Ein Sachverständiger und das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen stellten fest, dass in den Tankwagen, mit denen die Tankstelle beliefert wurden, illegale Manipulationsschalter versteckt waren. Ins Visier rückten jene Tankwagenfahrer, die für ein im Bezirk Mödling ansässiges Transportunternehmen tätig waren, einige von ihnen wurden bereits in einem früheren Verfahren im Dezember 2012 verurteilt.

Nun standen vier weitere Tankwagenfahrer wegen des Vorwurfs der Veruntreuung und des schweren Betruges vor einem Schöffensenat. Zwei weiteren Männern wurde Hehlerei vorgeworfen: Sie verkauften die veruntreuten Treibstoffe weiter.

Den vier Tankwagenfahrern wurde vorgeworfen, rund 700.000 Liter Benzin, Diesel oder Heizöl abgezweigt zu haben. Den betroffenen Tankstellen und Privatkunden wurde zum Teil Luft verrechnet, das Zählwerk wurde einfach ausgetrickst.

Die bezahlten, aber nicht gelieferten Treibstoff- und Heizölmengen wurden von den Angeklagten für den Eigengebrauch verwendet oder weiterverkauft. Die aus Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten stammenden Angeklagten bekannten sich teilweise schuldig. Einer der Tankwagenfahrer sagte, er habe von dem Manipulationsschalter nichts gewusst.

Ein wegen Hehlerei angeklagter Pensionist behauptete, er habe nicht geahnt, dass es sich um strafrechtlich erlangte Treibstoffmengen handelt. Der zweite, wegen Hehlerei angeklagte Mann gab alles zu, kam in den Genuss einer Diversion, zahlte die Geldbuße in der Höhe von 900 Euro ein und konnte das Gericht ohne Vorstrafe verlassen. Einer der Tankwagenfahrer wurde zu sechs Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 5.400 Euro Geldstrafe verurteilt - er bat um Bedenkzeit. Gegen die anderen Angeklagten wurde der Prozess vertagt.