Erstellt am 10. Oktober 2012, 17:00

Treibstoff-Betrugsfall: Ermittlungen dauern an. Der groß angelegte, mutmaßliche Betrugsfall rund um 1,6 Millionen Liter Heizöl und Treibstoff beschäftigt weiterhin die Kriminalisten. VP-Mandatar Rädler, Bürgermeister von Bad Erlach im Bezirk Wiener Neustadt, wird damit in Zusammenhang gebracht und fühlt sich kriminalisiert.

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Fünf Tankwagenfahrer sollen bei Lieferungen 1,6 Millionen Liter Heizöl und Treibstoff unterschlagen und billig in Ostösterreich weiterverkauft haben. Die Suche nach Geschädigten gestaltet sich für die Beamten jedoch nicht gerade einfach. Berichte, wonach auch ein Abgeordneter aus Niederösterreich verbilligtes Heizöl bezogen haben soll, wollte man bei der Polizei nicht bestätigen. "Das muss alles noch überprüft werden", hieß es am Mittwoch.

"Viele werden nicht mehr wissen, dass sie Opfer geworden sind", sagte ein Ermittler. Denn, dass etwa bei 2.000 Litern, die mit einer Lieferung an Private abgegeben wurden, schließlich um 100 bis 150 Liter weniger im Tank landeten, dürfte manchen Beziehern nicht aufgefallen sein.

Dennoch hätten sich schon einige Personen gemeldet. Nach wie vor müsse man "von einer Opferanzahl sicher im vierstelligen Bereich ausgehen", so der Ermittler: "Wir versuchen, so viele Leute wie möglich zu kontaktieren." Die Angaben der Betroffenen würden dann auf ihre Plausibilität überprüft.

Der Großteil jener über 50 Abnehmer, die von den Chauffeuren billig beliefert wurden und gegen die nun wegen Verdachts auf Hehlerei ermittelt wird, habe das Heizöl selber verbraucht, schilderte der Ermittler. Die an sie abgegebene Menge gehe in manchen Fällen bis über 50.000 Liter. Die Fahrer seien raffiniert vorgegangen: "Das sind Restmengen", hätten sie ihren "Kunden" versichert, von denen manche auch nicht viele Fragen betreffend Herkunft der günstigen Lieferung gestellt haben dürften: "Die Freude über das billige Heizöl hat überwogen."

Laut einem Bericht der "Kronen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe) wirdAbg. Hans Rädler (V) mit dem Fall in Verbindung gebracht. Er soll "auf der Kundenliste" der mutmaßlichen Täter gestanden sein und hat sich am Mittwoch zu Wort gemeldet. Der Mandatar und Bürgermeister von Bad Erlach (Bezirk Wiener Neustadt) reagierte in einer Aussendung mit der Feststellung, "dass hier der Versuch unternommen wird, mich zu kriminalisieren".

Es handle sich um "haltlose Anschuldigungen", so Rädler. Ihm sei die genannte Firma "nicht einmal bekannt, also habe ich auch keine Einkäufe getätigt. Über meinen Anwalt habe ich mich mit den Ermittlungsbehörden in Verbindung gesetzt und entsprechende Klarstellungen durch die Vorlage von Rechnungsbelegen der letzten Jahre vorgenommen", hielt der Abgeordnete fest. Die Anschuldigungen und Verdächtigungen von Unbekannten seien "nicht nur unbegründet, sie sind rufschädigend".

BZÖ-Bündniskoordinator Markus Fauland verlangte indes "sofortige Aufklärung". Sollte Rädler wirklich ein Kunde der "Sprit Bande" gewesen sein, habe VP-Chef Spindelegger bei einem unter Hehlereiverdacht stehenden Abgeordneten "sofortigen Handlungsbedarf".