Erstellt am 23. März 2011, 00:00

„Treue Kunden“ auf der größten Fläche im Land. HANDEL / Beim UnternehmerInnenstammtisch wurde die Kaufkraftstromanalyse der Wirtschaftskammer vorgestellt.

Gernot Gumpinger, Reinhard Kracher, Manfred Marlovits und Gerhard Pongracz (v.l.) hatten nach der Präsentation der Kaufkraftstromanalyse, die von der Wirtschaftskammer beauftragt wurde, viel zu diskutieren.  |  NOEN
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VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Die Zahlen sind beeindruckend. Die Bezirkshauptstadt Oberwart verfügt über insgesamt 103.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, Unterwart mit einbezogen kommt auf einen Einwohner eine Verkaufsfläche von 13,2 Quadratmetern. Damit ist die „Südmetropole“ der wichtigste Standort für den Handel im Burgenland.

„Wir sind neben Eisenstadt jene Stadt mit der größten Verkaufsfläche“, freut sich Manfred Marlovits, neuer Obmann von OberwartPlus (die BVZ berichtete). „Das heißt aber auch, dass es in Zukunft immer schwieriger wird, dieses hohe Level zu halten. Ein Problem dabei sei der „hohe Anteil von Filialen der Handelsketten“.

„Unverwechselbarkeit  ist das größte Kapital“

Denn wie der Vortragende Gernot Gumpinger beim Stammtisch meinte, sei „die Unverwechselbarkeit eines Standorts das größte Kapital“: „Durch die Aushöhlung der Innenstadt durch verstärkte periphere Ansiedelung werden die Flächen in der Stadt schwerer vermietbar, die Kundenfrequenz geht zurück und dadurch erhöht sich die Anzahl der Leerflächen.“

Aktuell weist die Homepage des Technologieparks Oberwart (www.tpo.at) rund 20 leer stehende Gewerbeobjekte aus. Tatsächlich ist der Anteil an Verkaufsflächen in der Innenstadt mit 13 Prozent besonders gering, im gesamten Burgenland sind es immerhin 19 Prozent.

Positiv ist aber, dass die Kunden der Handelsmetropole Oberwart überwiegend die Treue halten. „Rund 95 Prozent der Kaufkraft des Bezirks bleiben in der Stadt“, freut sich Marlovits, der auch darauf hinweist, dass „die Menschen mit dem gebotenen Service sehr zufrieden sind“. Was fehle, sei der „Flair der Innenstadt. Jene Filialen von Ketten, die es in der Stadt gibt, sind auch in jedem beliebigen Einkaufszentrum zu finden.“ Die Lösung wären mehr Fach- statt Einzelgeschäfte. Marlovits will „die Zusammenarbeit von Gemeinde und den Unternehmern“ in den Vordergrund seiner Tätigkeit als Obmann von OberwartPlus stellen.