Erstellt am 20. Juni 2012, 08:37

Triumph: 264 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. SCHOCK / Absatzeinbruch am internationalen Markt setzt Unternehmen hart zu. Vorerst Kurzarbeit von Juli bis Jänner.

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VON MICHAEL PEKOVICS

OBERWART / Ab 1. Juli heißt es für die – vorwiegend weiblichen – Mitarbeiterinnen der Triumph-Nähwerke in Oberwart, Oberpullendorf und Aspang (Niederösterreich) ab in die Kurzarbeit. Grund dafür ist laut dem Schweizer Unternehmen die „spürbar schwache Entwicklung der Auftragsbestände für die österreichischen Produktionsbereiche“. Konkret heißt das: Vor allem in Ost- und Südeuropa ist der Absatz regelrecht eingebrochen, besonders betroffen sind Griechenland, Spanien, Ungarn und Rumänien. Dem Unternehmen blieb nichts anderes übrig, als die Produktion herunterzufahren. Schließlich werden rund 90 Prozent der in Österreich produzierten Waren exportiert. „Um die Beschäftigung zu sichern, wird von 1. Juli bis Ende des Jahres Kurzarbeit eingeführt“, heißt es vom Unternehmen. Konkret bedeutet das für die 264 Mitarbeiterinnen: Die Arbeitszeit sinkt um 10 Prozent, dafür bekommen sie aber nur knapp 90 Prozent des Lohns. Etwas mehr als die Hälfte der dadurch entstehenden Kosten wird vom AMS getragen, den Rest zahlt das Unternehmen. Pro Stunde bekommt eine Arbeiterin rund 7,50 Euro.

Unter den 264 Mitarbeiterinnen bei Triumph in Oberwart gibt es 25 ungarische Arbeitskräfte, die meisten kommen aber aus den Bezirken Oberwart und Güssing und vereinzelt aus dem Bezirk Hartberg.

„Situation ähnlich wie 2009,  dann ging es gut weiter“

Schon 2009 führte das Unternehmen für ein halbes Jahr Kurzarbeit ein, danach wurde wieder auf Vollbetrieb umgestellt. „Das ist unsere große Hoffnung“, sagt Triumph-Betriebsrätin Elfriede Pomper aus Oberwart. „Die Stimmung unter den Mitarbeiterinnen ist natürlich nicht so gut, viele machen sich Gedanken. Aber trotzdem überwiegt die Hoffnung, schließlich haben die meisten von uns dieselbe Situation schon 2009 erlebt. Wichtig ist, dass der finanzielle Verlust nicht so hoch ist und noch wichtiger, dass das Geld immer rechtzeitig auf das Konto kommt.“ Der Firmenleitung stellt die Betriebsrätin ein gutes Zeugnis aus: „Wir wurden vom Vorstand im Rahmen einer Betriebsversammlung informiert und vertrauen unseren Chefs.“

Rückblick und Vorschau:  2010 sperrte Hartberg zu

Ursprünglich gab es mit Rechnitz (Schließung 1994) und Schattendorf (Schließung 1997) vier Standorte im Burgenland. 2010 ließ Triumph das Werk in Hartberg auf, wovon auch zahlreiche Burgenländerinnen betroffen waren. Der Pinkafelder Unternehmer Helmut Ulreich kaufte damals die Halle und plante die Errichtung einer „Schau-Konditorei“. Eigentlich war die Fertigstellung für Frühjahr 2012 geplant, infrastrukturelle Probleme verhinderten das aber. „Wir sind beim Einreichen“, sagt Ulreich im Gespräch mit der BVZ. „Der Kanal war zu klein, das wurde geändert. Grundsätzlich ist das Projekt auf Schiene: Die Planung ist fertig, die Einreichunterlagen auch. Wir warten nur noch die Einspruchsfrist ab, dann geht?s los.“

Oberwart ist der größte Produktionsstandort von Triumph im Burgenland: Laut Unternehmen sind 264 Personen angestellt.

PEKOVICS