Erstellt am 17. April 2013, 00:00

Triumph: 45 Jobs weg, Standort sicher. Gut und schlecht / Sozialpartner und Konzern verhandeln Sozialplan. Standort verliert ein Sechstel der Belegschaft, wird aber gestärkt.

Rund 100 Jobs sollen bei Triumph in der Wiener Straße in Wiener Neustadt gestrichen werden. Am Dienstag beginnen die Sozialplan-Verhandlungen. Mathias Schranz  |  NOEN, Mathias Schranz

OBERWART, HARTBERG / Die gute Nachricht zuerst: Der Triumph-Standort in Oberwart wird zu einem Produktionskompetenzzentrum für „Sloggi“, der zweitgrößten Unternehmensmarke, ausgebaut. Die Schlechte: Im Zuge der Umstrukturierung des Konzerns verlieren zwischen 40 und 50 zum Großteil weibliche Mitarbeiter ihren Job.

Seit Juni wurde in Oberwart nur noch im Rahmen einer Kurzarbeitsvereinbarung gearbeitet, im Feber hieß es noch, dass sich die Auftragslage gebessert hat – aufgehoben wurde die Kurzarbeit aber nicht. In der Vorwoche kam dann die Meldung, dass der Dessoushersteller in Österreich insgesamt rund 350 Beschäftigte entlassen und zwei Werke (Oberpullendorf und Aspang) schließen will. Davon betroffen sind hauptsächlich Frauen.

Oberwarts Betriebsrätin Elfriede Pomper hat sich mittlerweile wieder gefangen: „Als wir bei einer Mitarbeiterversammlung davon informiert wurden, war das natürlich ein Schock“, sagt sie im Gespräch mit der BVZ. „Aber wir müssen das Beste aus der Situation machen: Jetzt hängt alles von den Verhandlungen der Sozialpartner mit dem Konzern ab.“ Bis zumindest 30. Juni, dem Auslaufen der Kurzarbeit, sollten die Arbeitsplätze gesichert sein, danach gibt es laut Pomper eine vier Monate dauernde Frist, wo niemand gekündigt werden darf. „Golden Handshakes“ oder freiwilliges Ausscheiden aus dem Betrieb dürfte aber möglich sein. „Vielleicht gibt es ja Kolleginnen, die sich beruflich umorientieren wollen“, hofft Pomper. Diese könnten dann in Arbeitsstiftungen oder anderen Programmen untergebracht werden.

Fraglich ist derzeit auch die Situation rund um die von Konditor Helmut Ulreich geplante Schaukonditorei in Hartberg am Standort des schon 2010 geschlossenen Triumph-Werks. Laut Medienberichten soll das Projekt noch nicht gestorben sein, verzögert sich aber massiv.