Erstellt am 18. Juli 2012, 00:00

Unterwegs mit den „Red Hot Chili Peppers“. MUSIK / Zwei Tontechniker aus dem Bezirk begleiten derzeit die wohl heißesten Chilischoten der Musikszene auf Europatournee

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VON VANESSA BRUCKNER

BEZIRK / Sie stehen auf die Musik der weltbekannten Red Hot Chili Peppers? Dann müssen sie auch diese Männer lieben: Jack Langer, Patrick Zapfel und Guido Heibl – drei Südburgenländer, die aktuell für den unverkennbaren Sound der Band mitverantwortlich sind.

21 Shows, 19 Länder und das alles in 37 Tagen. Ein Mammutprojekt, an dessen Vorbereitung lange gearbeitet wurde: „Mit der Tourplanung beginnt man ein Jahr vor dem Start“, erzählt der Pinkafelder Jack Langer. Der 36-Jährige ist Miteigentümer von Redline Enterprise, der größten Veranstaltungstechnikfirma Österreichs, die ihren Sitz ebenfalls im Burgenland hat.

Schulung für weltweit bestes Soundsystem

„Wir sind österreichweit die einzige Firma, die eine sogenannte K1-Tonanlage besitzt. Es gilt als bestes Beschallungssystem überhaupt“, so Langer.

Die Red Hot Chili Peppers wollten eben diese Tonanlage für ihre Europatournee. Der Auftrag ging an die Burgenländer und damit hieß es für die beiden Tontechniker Patrick Zapfel und Guido Heibl, ab durch die Mitte – oder eben durch halb Europa. Zapfel stammt aus Riedlingsdorf, ist 22 Jahre jung und seines Zeichen Werkmeister für Veranstaltungs- und Eventtechnik. Guido Heibl ist gebürtiger Pinkafelder und ebenfalls ein Spezialist auf dem Gebiet der Tontechnik.

Beide wurden auf das millionenteure Beschallungssystem genauestens geschult. Gemeinsam mit sechs weiteren Tontechnikern bilden die beiden die wohl „feurigste Akustik-Crew“ in ganz Europa.

So toll und abenteuerlich das auch alles klingt, für die beiden ist es ein knochenharter Job. „Um 9 Uhr morgens beginnt man mit dem Aufbau der Anlage, oft ist erst um 3 Uhr Früh Schluss. Außer Nightliner, Hotelzimmer und Stadion sehen die Jungs nicht viel“, weiß Langer.

Zwei Wochen Tour liegen bereits hinter Zapfel und Heibl. Nach Weltstädten wie Dublin oder Paris geht es jetzt weiter mit Konzerten in Russland. „Die Auftritte wurden kurzfristig eingeschoben. Wahrscheinlich lässt sich ein Öl-Oligarch diese Gigs einiges kosten“, so Jack Langer lachend.

Weniger lustig war der organisatorische Aufwand dafür. Die Crew reist in Russland ausschließlich mit bewaffnetem Begleitschutz. „Für das Visum mussten wir stundenlang auf der Botschaft anstehen“, erzählt Zapfel. „Die Tour ist das Größte, das ich jobtechnisch bis dato gemacht habe.“ Lohn für die harte Arbeit sind die besonderen Momente, die der Job mit sich bringt: „Wenn du im Stadion in Paris stehst und 75.000 Menschen halten ihr Feuerzeug hoch und singen lautstark mit, das hat schon was“, so der 29-Jährige Guido Heibl.

Nach Österreich kommen die „Red Hot Chili Peppers“ leider nicht. Wer sie trotzdem live hören möchte, sollte sich Karten für das Konzert in Prag sichern. Und dann bitte auch einmal umdrehen und zum „Mischturm“ winken. Dort stehen nämlich zwei Weltklasse-Tontechniker ohne die eine Weltklasse-Band wie die „Red Hot Chili Peppers“ am Ende auch nur eines wär: schlichtweg „aufg?schmissn“.