Deutsch Schützen-Eisenberg

Erstellt am 24. August 2016, 06:04

von Michael Pekovics

Winzer am Boden: Lösungen gesucht. Schwere Hagelschauer vernichteten in manchen Lagen bis zu 100 Prozent der Ernte. Für 2017 werden schon Hagelnetze gekauft.

Markanter Unterschied. Die mit Hagelnetzen geschützten Weinstöcke (linke Reihe) haben die Unwetter relativ glimpflich überstanden. Ohne Schutz (rechte Reihe) betragen die Ausfälle in vielen Lagen bis zu 100 Prozent.  |  BVZ

Der heurige Sommer wird für viele Landwirte als „Katastrophensommer“ in die Geschichte eingehen. Vor allem die Weinbauern rund um Dt. Schützen sind teilweise mit Ernteausfällen von bis zu 100 Prozent konfrontiert. Betroffen sind auch die Gebiete am Eisenberg, in Höll und am Csaterberg.

„Hagel hat Trauben den letzten Rest gegeben“

„Die Weinstöcke waren schon von vorherigen Unwettern angeschlagen, der Hagel hat den schon weichen Trauben dann endgültig den letzten Rest gegeben“, erzählt Winzer Christoph Wachter aus Dt. Schützen. Tatsächlich waren die jüngsten Unwetter (Schaden rund 800.00 Euro) nicht die einzigen in der Region, vor etwa vier Wochen hatte ein Hagelgewitter die Weinernte am Hannersberg zerstört. Einzig Rechnitz ist heuer von den südburgenländischen Gebieten noch vergleichsweise unbeschadet davon gekommen.

Nach den immer wiederkehrenden extremen Wetterereignissen des heurigen Jahres suchen die Weinbauern nach Alternativen, um ihre Weingärten zu schützen. „In vielen Lagen geht es heuer nur mehr darum, die Arbeit für das kommende Jahr zu sichern“, sagt Wachter. „Vor allem für kleinere Weinbauern ist das heurige Jahr zermürbend, viele überlegen, ob sie sich das überhaupt noch antun wollen.“

„Hagelflieger“-Einsatz immer wieder im Gespräch

Für seinen Betrieb hat Wachter eine Lösung gefunden: „Wir werden im kommenden Jahr einen Teil der Weinstöcke mit Hagelnetzen ausstatten, um einfach eine gewisse Menge an Trauben zu haben. Schließlich sind wir ja auch den Händlern verpflichtet – das ist eine Investition in die Zukunft, es wird wohl nicht mehr anders gehen.“

Auch der Einsatz von sogenannten „Hagelfliegern“ ist immer wieder im Gespräch, konkrete Gespräche dazu hat es aber bislang nicht gegeben. Diese bieten zwar keinen sicheren Schutz, sollen aber angeblich dazu beitragen, die Größe der Hagelkörner um bis zu 70 Prozent zu senken.