Erstellt am 30. November 2011, 00:00

Vielbeschäftigter in Pension. WISSENSMANAGEMENT / Werner Kaitan, ehemaliger Leiter der Abteilung für Jugendwohlfahrt auf der BH Oberwart, arbeitet in der seiner Pension an einer Datenbank.

Werner Kaitan genießt es, sich seiner Aufgabe widmen zu können, ohne mit Katastrophen konfrontiert zu werden, die Familien treffen können.  |  NOEN
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VON GABRIELE GABRIEL

GROSSPETERSDORF / Werner Kaitan, Jahrgang 1949 begann seine Beamtenlaufbahn in Wien Floridsdorf. Später zog er ins Burgenland, wo er 25 Jahre lang die Abteilung für Jugendwohlfahrt leitete. „Nebenbei“ war er noch Gemeinderat in Großpetersdorf, Leiter der Sozialinitiative Großpetersdorf, Mitglied einer Theatergruppe, aktiv im Dachverband der Laientheatergruppen Österreichs und immer zur Stelle, wenn man bei einer Veranstaltung einen Sprecher oder Moderator brauchte. Vor einem Jahr ging er in Pension.

Wie ist das, wenn man aus so vielen Aufgaben plötzlich aussteigt? „Einige Verpflichtungen hatte ich schon vorher aus gesundheitlichen Gründen abgegeben“, erzählt Werner Kaitan, „und mit der Aufarbeitung für das Wissensmanagement bin ich noch lange nicht fertig.“ Wissensmanagement? Werner Kaitans Fachgebiet im Jugendamt war die Rechtsvertretung. In seiner langen Laufbahn konnte er auf diesem Gebiet viele Erfahrungen sammeln. Diese fasst er nun für seine nachfolgenden Kollegen in einer umfangreichen Datenbank zusammen. Warum wird diese Datenbank so dringend gebraucht?

„Im Burgenland gibt es nur wenige Rechtspfleger und die jungen Kollegen können nicht auf so viel Erfahrung zurückgreifen. Dafür wird diese Datenbank mit Präzedenzfällen und Links angelegt. Bis jetzt sind das viele hundert Seiten.“ Also besteht keine Gefahr eines Pensionsschocks. Gab es in Ihrer Laufbahn besondere Erfolgsstorys? „Natürlich gibt es die. Wenn man Kinder oft über Jahre begleitet hat, wo man schon fast aufgeben wollte und dann erlebt man, wie sie ihr Leben in den Griff bekommen und selber Familien gründen, das macht viel Freude“, erinnert sich der Vater einer Tochter. Fürs Theater möchte Werner Kaitan nur mehr beratend tätig sein. Was macht er sonst? Er lacht: „Kochen, Radfahren, Spazierengehen, schließlich bin ich bin Pensionist.“