Erstellt am 13. April 2011, 00:00

Vorstand nicht entlastet. BEWAG / Fragwürdige Vertragsabschlüsse der beiden Ex-Vorstände in den letzten Wochen ihrer Amtszeit sorgen für Aufregung.

Josef Münzenrieder ist nun wieder als Steuerberater tätig.DORIS SEEBACHER  |  NOEN
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Mit Ende 2010 schieden Hans Lukits und Josef Münzenrieder aus ihrem Amt als BEWAG-Vorstände aus.

Wie der BVZ nun bekannt wurde, wurden die beiden in der letzten Hauptversammlung jedoch nicht entlastet. Warum? Angeblich haben sie in den letzten Wochen ihrer Amtszeit noch zahlreiche Verträge mit Firmen abgeschlossen, die sich nun als sehr fragwürdig herausgestellt haben sollen.

Engelbert Rauchbauer:  „Normale Vorgehensweise“

„Diese Vorgehensweise, einen Vorstand nicht gleich zu entlasten, ist bei einem Vorstandswechsel nicht so unüblich“, erklärt BEWAG-Aufsichtsrat Engelbert Rauchbauer. „Denn somit bekommt der neue Vorstand die Möglichkeit, sich alles bis ins kleinste Detail anzusehen“, erklärt Rauchbauer.

Keine konkreten Gründe  für „Nicht-Entlastung“

Konkrete Gründe für diese „Nicht-Entlastung“ gebe es laut Rauchbauer keine. Und auch die Gerüchte über fragwürdige Geschäftsabschlüsse, darunter auch mit dem neuen Chef von Lukits, Peter Hochegger, kann er nicht bestätigen.

Über Hochegger gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Negativschlagzeilen in Verbindung mit Steuerhinterziehung in der BUWOG-Affäre. Lukits ist seit 1. April Berater bei der Sicon-Holding, deren Chef Hochegger ist, und tritt damit in die Fußstapfen von Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. Und was wird passieren, wenn es auch in der nächsten Hauptversammlung zu keiner Entlastung kommen wird? „Ist man bis dahin mit allem zufrieden, dann wird die Entlastung kein Thema mehr sein“, erklärt Rauchbauer. Und wenn nicht? „Darüber möchte ich jetzt nicht spekulieren“, so Rauchbauer.