Erstellt am 20. Juli 2011, 00:00

Wasserverband: ,Trotz Minus finanziell gesund. RECHNUNGSHOF / Bericht deckt Vorgänge seit 2001 minutiös auf. Empfehlungen wurden bereits zu 50 Prozent umgesetzt.

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VON MICHAEL PEKOVICS

REGION / Im April 2008 wurden die Verluste des Wasserverbands südliches Burgenland (WVSB) im Zuge des Rechnungsabschlusses bekannt, woraufhin der Verband die Bank Austria wegen mangelhafter Information klagte.

Im Oktober 2009 wurde vom WVSB ein Vergleich mit der Bank (Austria) präsentiert, damals hieß es, dass dem Verband keinerlei Schaden ensteht.

Vergangene Woche wurde der Bericht des Bundesrechnungshofes veröffentlicht. Schon 1995 wurden für die Erweiterung des Versorgungsgebiets 31,8 Millionen Euro investiert, 2001 wollte der damalige Vorstand die Zinsausgabe minimieren und veranlagte 85 Prozent der vorhandenen Rücklagen mit laut Rechnungshof mannigfaltigen Risiken. Aufgrund der Finanzkrise im Jahr 2007 erwuchs daraus ein Verlust von 7,7 Millionen Euro. Durch Vereinbarungen mit der Bank wurde der Verlust auf rund zwei Millionen Euro reduziert, laut Rechnungshof unter Zugrundelegung der voraussichtlichen Zinsentwicklung.

Es gibt Verluste, aber  damit können wir leben

Laut Obmann Johann Wagner (Bürgermeister Mischendorf, SPÖ) steht der Verband heute aber auf finanziell gesunden Beinen, weitere Verhandlungen mit der Bank haben den Verlust verringert damit können wir leben. Wagner betont, dass es unter seiner Führung keine spekulativen Veranlagungen mehr gebe, die Fremdwährungskredite wurden in Euro-Kredite umgewandelt. Zudem wurden laut Wagner rund die Hälfte der Empfehlungen des Rechnungshofes bereits umgesetzt. Kritisiert wurde zum Beispiel, dass die Stadtgemeinde Oberwart nur einen Pauschalbetrag und nicht den tatsächlichen Wasserverbrauch bezahlte, wegen messtechnischer Probleme. Oberwart wurde mittels einer europäischen Studie abgerechnet, erklärt Wagner. Wie sich jetzt heraus gestellt hat, lagen die Schätzwerte ziemlich genau in dem Bereich, in dem jetzt der tatsächliche Verbrauch liegt.

Keine Erhöhungen, wohl  aber Anpassungen geplant

Die Verluste aus den Spekulationsgeschäften werden keine Gebührenerhöhungen für die Bürger nach sich ziehen, aber: Natürlich wird es immer Anpassungen geben, erklärt Wagner. Allein schon deshalb, weil es ja eine Inflationsrate gibt.

Der WVSB versorgt 60.000 Menschen in rund 30 Gemeinden und ist österreichweit der elftgrößte Verband.

Der alte Vorstand fuhr Spekulationsverluste ein, der neue einigte sich mit der Bank Austria auf einen Vergleich.ARCHIV