Erstellt am 18. September 2013, 08:56

Weg mit Schutzwegen. Oberwart | Kürzlich wurden in der Stadt zwei Zebrastreifen entfernt, weil die Fußgängerfrequenz zu niedrig war. Bürger beschweren sich.

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Von Michael Pekovics

Verkehr | Schutzwege, gemeinhin auch Zebrastreifen genannt, sollen bekanntlich die Verkehrssicherheit für Fußgänger beim Überqueren von Straßen erhöhen. „Sollen“ deshalb, weil das oft nicht der Fall ist. Laut Verkehrssicherheitsexperten sind Schutzwege nämlich nur dann sinnvoll, wenn sie von einer ausreichend großen Anzahl von Fußgängern benutzt und dadurch von Autofahrern besser wahrgenommen werden.

Weniger frequentierte Zebrastreifen entfernt

In Oberwart wurden kürzlich zwei dieser wenig frequentierten Schutzwege entfernt – zum Ärger einiger Bürger und auch der Politik. Konkret geht es dabei um den Zebrastreifen auf der Steinamangererstraße Richtung Pinkafeld auf Höhe der Park&Ride-Anlage/Lidl und um jenen beim „Messe-Kreisverkehr“ bei der Köberl-Halle.

„Einige Bürger haben sich bei mir darüber schon beschwert“, bestätigt Stadtchef Georg Rosner (ÖVP). „Aber laut Studien passieren die meisten Unfälle auf schwach frequentierten Schutzwegen.“

So wie Rosner ist auch Stadtvize Dietmar Misik (SPÖ) gegen die Entfernung: „Vor allem der Zebrastreifen bei der Park&Ride-Anlage ist wichtig für Schulkinder aus der Werfelgasse, die zur Bushaltestelle wollen.“ Misik regt an, lebensgroße Pappfiguren aufzustellen, um wenigstens so die Aufmerksamkeit der Autofahrer etwas zu erhöhen.

Kriterium: Weniger als 25 Menschen pro Stunde

Rosner wiederum will „an das Land und die Bezirkshauptmannschaft herantreten, um vielleicht noch etwas zu ändern“: „Da geht es um die Einhaltung von Gesetzen, das ist klar. Aber auch Gesetze können evaluiert werden, wenn sie nicht klug sind.“

Laut Auskunft der Bezirkshauptmannschaft gibt es keine Möglichkeit, die Schutzwege zu retten: „Wenn die geforderte Fußgängerfrequenz von 25 pro Stunde in Spitzenzeiten nicht erreicht wird, dann bekommt der Straßenerhalter – in diesem Fall das Land – den Auftrag, den Schutzweg zu entfernen.“ Es sei dann auch nicht möglich, den Zebrastreifen durch Installierung einer Beleuchtungsanlage zu „retten“.

Laut Erwin Pausz, Leiter des Bau- und Betriebsdienstleistungszentrums Süd gibt es nur eine Möglichkeit: „Ähnlich wie in Jennersdorf könnte die Gemeinde sogenannte Querungshilfen installieren – einen Schutzweg wird es aber nicht mehr geben.“