Erstellt am 09. Oktober 2013, 11:00

„Weiterschicken, sonst bist du tot“. Cyberkriminalität / Unbekannte schicken gefährliche Morddrohungen per „WhatsApp“-Nachricht an Jugendliche. Fälle häufen sich.

Von Carina Ganster

Cyberkriminalität / Eine zarte Frauenstimme sagt in monotonem Ton: „Wenn du diese Nachricht nicht an zehn Leute weiterschickst, wirst du um 0:30 sterben.“ Kurz darauf klingelt das Handy erneut. Wieder eine Sprachnachricht auf „WhatsApp“, wieder diese Frauenstimme, die sagt: „Wenn du diese Nachricht nicht an 15 Leute weiterschickst, wird deine Mutter um 0:30 Uhr sterben.“

„’WhatsApp‘ ist sehr leicht zu hacken“

In der vergangenen Woche häuften sich diese Nachrichten, die allen voran an Jugendliche verschickt werden. Wolfgang Spitzmüller, „Safer Internet“-Experte, kennt diese Problematik. „Solche Nachrichten tauchen immer wieder auf, egal ob sie per Mail verschickt werden oder auf „WhatsApp“ ist zu sagen, das der Inhalt ein vollkommener Blödsinn ist.“

Doch was können Jugendliche und auch deren Eltern tun, um sich vor solchen gefährlichen Nachrichten zu schützen? „’WhatsApp‘ ist sehr leicht zu hacken, das heißt, einzig aussteigen ist eine Möglichkeit, um solche Nachrichten nicht zu erhalten. Will man das nicht, muss man sie in Kauf nehmen und ignorieren. Deshalb ist es wichtig, seine Kinder mit viel Selbstbewusstsein und einer kritischen Grundeinstellung zu erziehen, dass sie nicht alles glauben und sich selbst fertigmachen“, sagt Spitzmüller.

Jugendliche müssen entängstigt werden

Auch wenn der Großteil der Jugendlichen gefestigt im Charakter ist, bestätigen Ausnahmen die Regel. Nicht jeder Jugendliche, der solche Nachrichten erhält, vertraut sich Eltern oder Lehrern an. Das weiß auch Dr. Sylivia Quiner, ärztliche Leiterin des Zentrums für Kinder und Jugendpsychiatrie in Oberwart.

„Wichtig ist es, die Kinder zu entängstigen, dafür müssen sie sich aber Eltern oder Lehrern anvertrauen. Am besten kann man sein Kind schützen, in dem man ihm Sicherheit gibt und mitteilt, dass niemand umgebracht wird“, sagt Quiner, die Betroffenen auch rät, eine Anzeige bei der Polizei zu machen.

„Eltern sind mit neuen Medien überfordert“ 

„Da steckt ein strafrechtlicher Bestand dahinter. Weiters ist es wichtig, Aufklärung zu betreiben, damit die Jugendlichen den Umgang mit solchen Situationen lernen. Viele Eltern sind mit neuen Medien überfordert, weil sie selbst keine Erfahrungen damit haben“, so Quiner.