Erstellt am 01. Oktober 2013, 14:42

„Wer ist da der Böse?“. Offene Fragen / Einem Viehhändler wurde vorgeworfen, Pferde seines Arbeitgebers verkauft und einen Mann bedroht zu haben.

Von Elisabeth Kirchmeir

Offene Fragen / Zwei Pferde seines ehemaligen Arbeitgebers soll ein 42-jähriger selbstständiger Viehhändler verkauft haben, ohne dass sein Chef davon wusste. Außerdem soll der Angeklagte, als er aufgefordert wurde, das Gestüt zu verlassen, ein Klappmesser gezückt und dieses dem Cousin des Arbeitgebers mit den Worten „Ich hab eh nichts zu verlieren. Soll ich dich gleich abstechen?“ an den Hals gehalten haben.

Verwirrende Geschichte um verkaufte Tiere

Vorige Woche wurde das Verfahren fortgesetzt. Befragt wurde der ehemalige Chef, der im Bezirk Oberwart ein Gestüt und eine Transportfirma betreibt. Er berichtete, dass er im Herbst 2012 einen Wallach einem ungarischen Mitarbeiter geschenkt habe, einen Schimmel, das unter einem Ekzem litt, wollte er ebenfalls in Ungarn unterstellen, damit sich dieses erholen könne.

Doch dann habe er einen Anruf eines Pferdehändlers erhalten, der behauptete, er habe beide Pferde gekauft und benötige die Papiere. Der Angeklagte soll die Tiere, die angeblich 6.000 Euro wert waren, verkauft und den Erlös behalten haben - das bestritt er aber vor Gericht.

„Man kennt sich in dieser Geschichte absolut nicht aus!“, wunderte sich Richterin Mag. Birgit Falb. „Wer ist da der Böse?“, fragte sie sich. Der Angeklagte sei offenbar von dem Ungarn, dem der Wallach geschenkt worden war, beauftragt worden, beim Verkauf der Tiere behilflich zu sein - dann könne man ihm aber den Vorwurf nicht machen, die Pferde gestohlen zu haben.

Prozess neuerlich vertagt

„Die Pferde waren krank und wertlos“, berichtete die Lebensgefährtin des Angeklagten, die damals den Transport durchführte.

Zu dem Vorfall mit dem Messer hatte der Angeklagte am ersten Prozesstag im Juni gesagt, er habe sich gegen den Cousin des Arbeitgebers wehren wollen.

Der Prozess wurde nun neuerlich vertagt, weil auch jener Ungar, der den Wallach geschenkt bekommen hatte, vor Gericht aussagen soll.