Erstellt am 19. Dezember 2012, 00:00

„Wer klopfet an ... ?“. Unterkunft für Asylanten / Unterstützung und Kritik beim Info-Abend in Buchschachen unter dem Motto „vorweihnachtliche Herbergssuche“.

Von Silke Rois

BUCHSCHACHEN / „Wie wäre das eigentlich heute?“ Mit ein paar Sätzen aus einem Krippenspiel, das von der Herbergssuche Marias und Josefs erzählt, leitete Ortschef Hermann Pferschy die Informationsveranstaltung rund um die Unterbringung von vier Asyl suchenden Familien aus Afghanistan in Buchschachen ein. Und der mehr als volle Saal im Dorfwirtshaus machte deutlich, wie notwendig dieser Informations- und Diskussionsabend war – auch wenn und gerade weil es nicht immer bei ganz so weihnachtlichen Tönen blieb.

„Wir haben nichts 

 

Seit zwei Wochen (die BVZ berichtete) leben die insgesamt sechzehn Sikhs und Hindus, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, weil sie dort aufgrund ihres Glaubens unterdrückt und verfolgt werden, in den Gästehauszimmern der Dorfscheune, die Betreiber Josef Fleck vermietet. Und mit dieser Form der Unterbringung in Privatquartieren, in denen sich die Asylanten im Rahmen des Grundversorgungsgesetzes selber versorgen, ist Buchschachen „ein Modellprojekt“, das es den Flüchtlingen mitunter auch ermöglicht, „ein selbstbestimmteres Leben zu führen“, wie Gerlinde Grohotolsky von der Plattform Bleiberecht und Dagmar Schindler vom Diakonie Flüchtlingsdienst erläuterten.

-->

Gerade Vermieter Josef Fleck wurde bei der Veranstaltung seitens kritischer Stimmen aus der Bevölkerung aber mit teils harschen Vorwürfen konfrontiert, – allen voran mit der Frage, warum er niemanden über das Ganze informiert hat. „Nichts gegen die Familien, aber warum entscheidet hier ein Einzelner über so etwas, ohne irgendetwas zu sagen?“ Fleck entgegnete: „Natürlich habe ich mir Gedanken gemacht, ob ich vorher etwas sage. Aber es waren noch nicht alle Fragen geklärt, etwa: woher die Asylwerber kommen oder wie viele es sind. Und so wäre nur eine Reihe von Fragen aufgetaucht, die ich noch nicht beantworten hätte können.“

Aber ob nun die Vorgangsweise gut war oder nicht, Fakt sei, „dass die vier Familien nun hier sind, die können für all das nichts, und um sie geht es. Und wir sollten uns nun bemühen, gute Gastgeber zu sein“, waren sich SPÖ-Vizebürgermeister Alfred Lehner und VP-Bürgermeister Pferschy einig. Lehner sagte als Leiter der Neuen Mittelschule auch sogleich zu, dass in der Schule demnächst diverse Projekte gestartet werden, um die Integration der Kinder bestmöglich zu fördern. Und Pferschy appellierte auch an jeden Einzelnen: „Man kann das nicht alles auf die Gemeinde abwälzen. Wenn man verstanden hat, worum es hier geht, dann weiß jeder, inwiefern er seinen eigenen Beitrag dazu leisten kann, dass sich die Familien bei uns wohlfühlen.“

„Geben wir ihnen eine 

 

Und tatsächlich waren neben den kritischen Stimmen aus der anwesenden Bevölkerung mindestens ebenso viele unterstützende auszumachen. Einige erkundigten sich, was die Familien brauchen können und wie man ihnen bei der Integration ins Dorfleben helfen kann, und einige erklärten sich dazu bereit, als Kontakt- und Mittlerpersonen zu fungieren. „Einfach hingehen und anklopfen“ ist aber auch ein guter Weg, so Schindler vom Flüchtlingsdienst. Und das am Ende wieder weihnachtliche Schlusswort kam schließlich aus der Runde der Buchschachener selbst: „Letztlich geht es eigentlich nur darum, ein offenes Herz zu haben.“