Erstellt am 05. Dezember 2012, 00:00

Wintersaison startet. Auswanderer / Südburgenländer arbeiten in Österreichs größten Ski-Regionen. Zwei Arbeitnehmer berichten, der ÖGB liefert wertvolle Tipps.

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Von Vanessa Bruckner

SÜDBURGENLAND /  „Servus die (Ski)Wadln“ heißt es jetzt für so manche Landsleute. Die Wintersaison hat begonnen und viele Arbeitskräfte aus dem Burgenland packen ihre Koffer und sagen der Heimat für die nächsten Monate lebe wohl. Der Großteil der burgenländischen Arbeitnehmer, die als Saisonarbeiter im Westen Österreichs arbeiten, sind im Gastronomiebereich, als Verkäufer oder Zimmermädchen, zu finden. Einer davon ist der 25-jährige Pinkafelder Xaver Paur. Er war bereits zehn Mal auf Saison und wird auch heuer wieder als Sommelier in einem gehobenen Hotel in Lech am Arlberg arbeiten. „Saisonarbeit ist viel mehr als ein bloßer Job, der Arbeitswille steht definitiv im Vordergrund, schließlich sind 60 Stunden Wochen keine Ausnahme. Das Beste daran ist das unbezahlbare Netzwerk, das man sich dabei aufbaut. Man macht wertvolle Erfahrungen, arbeitet hart, aber verdient auch dementsprechend gut.“

ÖGB warnt: „Vorher 

Auch Katharina Illes aus Wallendorf hat diese Erfahrung gemacht. „Ich war in Flachau, in einem Sportgeschäft als Verkäuferin tätig. Es ist unglaublich, wie viele Touristen in den Wintermonaten dort Urlaub machen, wir hatten am Tag oft bis zu 400 Kunden. Es ist ein Knochenjob aber ich habe dabei Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt.“ Die 30-Jährige ging gezwungener Maßen nach Salzburg: „Im Burgenland habe ich keinen Job gefunden. Wenn man zu Hause keine hohen Fixkosten hat, lohnt es sich finanziell auf Saison arbeiten zu gehen.“

Allerdings lauern auch hier arbeitsrechtliche Fallen, wie Ewald Gossy vom ÖGB, weiß: „Es gibt fixe Kollektivverträge, die aber von Land zu Land verschieden sind.“ Saisonarbeiter, die im Gastronomie- und Hotelbereich tätig sind, unterzeichnen in der Regel einen befristeten Dienstvertrag mit fixem Gehalt. Meist bekommen sie Quartier und Kost zur Verfügung gestellt. Das ist allerdings Verhandlungssache. Gossy berichtet: „Es kommt immer noch vor, dass Arbeitnehmer in menschenunwürdigen Unterkünften hausen müssen. Vor allem Ferialpraktikanten werden oft ausgenutzt.“ Großen Ärger gibt es auch immer wieder bei den Arbeitszeiten. Der ÖGB rät, Arbeitsaufzeichnungen zu führen. Die können im Ernstfall vor Gericht verwendet werden.

Harte Arbeit. Der Pinkafelder Xaver Paur geht seit Jahren auf Saison. Er ist gelernter Sommelier und arbeitet in den nächsten Monaten in Lech am Arlberg. zVg

Wertvolle Erfahrung. Katharina Illes aus Wallendorf verbrachte bereits den letzten Winter in Salzburg.