Erstellt am 04. September 2013, 00:00

Wirbel um Agrarprojekte. Dicke Luft / Am Sonntag findet Volksbefragung zum Ausbau des Rinderstalls in Welgersdorf statt. Parteien gehen in die Vollen. In Badersdorf sorgt Stall mit 24.000 Hühner für Aufregung.

Skurril. In Welgersdorf wurde mit Plakaten Stimmung gemacht - laut Facebook-Foto wurde jenes von Schoditsch nur wenige Zentimeter vor jenem der Bürgerinitiative aufgestellt - um es zu verdecken.  |  NOEN
Von Vanessa Bruckner

Dicke Luft / Der Betrieb Schoditsch in Welgersdorf will seinen Betrieb von 400 auf 800 Rinder aufstocken. Seit nunmehr sechs Jahren kämpfen die Brüder Ewald und Wilhelm Schoditsch darum, ihre Stallanlage erweitern zu können.

Die „Bürgerinitiative gegen politischen Rinderwahnsinn“ will das wiederum vehement verhindern (die BVZ berichtete). Deren größtes Gegenargument: Massentierhaltung dient niemandem.

Großpetersdorfer stimmen über Rinderstall-Ausbau ab

Am Sonntag, 8. September, findet nun die Volksbefragung statt, bei der die Bürger von Großpetersdorf darüber abstimmen dürfen, ob sie für oder gegen den geplanten Ausbau des Rinderstalles sind. Davor gehen Betreiber und Gegner allerdings noch einmal in die Vollen.

Jürgen Piller, Sprecher der Bürgerinitiative: „Wir hoffen, dass knapp die Hälfte, also rund 1.500 Personen der wahlberechtigten Personen, in der Gemeinde zur Abstimmung geht. Weiters hoffen wir, dass der Bürgermeister und der gesamte Gemeinderat das Ergebnis der Volksbefragung nicht nur zur Kenntnis nehmen, sondern – sollte sich die Mehrheit gegen die Projekterweiterung, also für die Rückwidmung der Fläche, aussprechen – dass dieser Entscheid auch umgesetzt wird.“

Schoditsch: „Keine Massentierhaltung“

Derweil lädt der Betrieb Schoditsch, einen Tag vor der Volksbefragung, noch zu einem Tag der offenen Tür in ihren Betrieb ein. Anja Schoditsch erklärt: „Wir möchten mit diesem Tag der offenen Tür die Bürger von Großpetersdorf über unsere Stallanlage und die geplante Erweiterung informieren und ihnen auch die Möglichkeit geben, sich ein Bild von unserem Betrieb machen zu können. Von der Volksbefragung erhoffen wir uns, dass wir die Großpetersdorfer davon überzeugen können, dass wir kein Massentierhaltungsbetrieb sind und die Anschuldigungen der Bürgerinitiative nicht stimmen.“

Großpetersdorfs Bürgermeister, Wolfgang Tauss, zur bevorstehenden Volksbefragung am 8. September: „Es gilt jetzt, das Ergebnis abzuwarten. Der Gemeinderat wird sich dann damit beschäftigen. Mehr will ich im Vorfeld dazu nicht sagen.“

Badersdorf: Stall mit 24.000 Hühnern geplant

In der Gemeinde Badersdorf fürchtet man unterdessen keinen Rinderduft, dafür aber ordentlich viel Gegacker. Hier ist ein Hühnerstall mit 24.000 Tieren geplant. Nur 600 Meter weiter grenzt ein Wohngebiet an den geplanten Stall an. Bewohner befürchten Geruchs- und Lärmbelästigung.

„Bis dato wurde die Fläche für den Stall aber noch nicht umgewidmet“, beruhigt Badersdorfs Bürgermeister Franz Heiden und verspricht: „Ohne Bevölkerung wird sicher nichts gebaut. Wir warten aktuell noch auf ausstehende Gutachten.“

Der Zuständige der Landwirtschaftskammer, Wolfgang Pleier, verteidigt das Projekt: „Wenn ein Familienbetrieb nachhaltig investieren will, unterstützen wir das. Wir hoffen auf eine sachliche Diskussion und darauf, die Bedenken der Gegner ausräumen zu können.“