Erstellt am 11. Juli 2012, 00:00

Wirbel um Busparkplatz. SICHERHEIT / Der geplante Busparkplatz vor der HTL Pinkafeld wird zum Zankapfel zwischen SPÖ und ÖVP.

Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter bangen um die Sicherheit der Schüler. Johannes Jaklin, Eva Latschenberger, Direktorin Ilse Fiala-Thier, Franziska Karner, Mareike Wunderler und Christian Putz.LEEB  |  NOEN
x  |  NOEN

VON EVA-MARIA LEEB

PINKAFELD / Einigen Wirbel gab es nach der Gemeinderatssitzung vergangenen Freitag im Rathaussaal in Pinkafeld. Grund war Punkt 1 der Tagesordnung, der gleich zu Beginn abgesetzt wurde. Es ging um den Finanzierungsbeschluss für einen Busparkplatz bei der HTL Pinkafeld. Rund 17 Busse transportieren täglich mehr als 1.300 Schüler zur HTL und wieder nach Hause. „Um 7 Uhr morgens und 12.30 Uhr mittags ist die Durchzugsstraße zur A2 durch die Busse fast unpassierbar. Wir hatten bisher Glück, dass nur kleinere Blechschäden passiert sind“, ist HTL-Direktorin Ilse Fiala-Thier besorgt um die Sicherheit der Schüler.

Im Frühjahr 2012 gab es zwei Besprechungen zum Thema „OD Pinkafeld, Verkehrssicherheitsumbau, Bereich HTBL“ mit den Vertretern des Landes Burgenland, Abteilung 8 Straßenbau, Vertretern der Stadtgemeinde Pinkafeld, der Bundesimmobiliengesellschaft, der HTL Pinkafeld und des Bau- und Betriebsdienstleistungszentrums Süd. Gemeinsam wurde eine Lösung erarbeitet, die den Schülern das mehrmalige Queren von Straßen zwischen Bushaltestellen und der HTL ersparen soll.

Da die Umbauten aus Sicherheitsgründen nur in der schulfreien Zeit durchgeführt werden können, wurde kurzfristig eine Gemeinderatssitzung angesetzt, um den Finanzierungsbeschluss zu fassen. Dann hätten die Bauarbeiten schon jetzt in den Sommerferien beginnen können.

ÖVP ist mit Vorgangsweise  nicht einverstanden

Diese Vorgangsweise war der ÖVP Pinkafeld aber ein Dorn im Auge. „Dieses Projekt, das immerhin weit über 100.000 Euro kostet und dem mindestens zehn Bäume zum Opfer fallen sollen, wurde weder im Stadtrat noch im Verkehrsausschuss beraten“. sagt VP-Vizebürgermeister Thomas Pickl und meint weiter: „Diese Vorgangsweise ist unverständlich, unüblich, konzeptlos und kann nicht akzeptiert werden.“ Zudem widerspreche diese Vorgangsweise den Ergebnissen des soeben durchgeführten Dorferneuerungsprozesses ‚pinkafeld.neu‘. Da wurde von den Arbeitsgruppen unter anderem festgehalten, dass ein Verkehrskonzept für fließenden und ruhenden Verkehr erstellt werden soll. „Es ist unverständlich, dass jetzt auf einmal unter Zeitdruck etwas entsteht, bevor dieses Konzept unter Einbindung der Bevölkerung gemacht wird.“

SP-Bürgermeister Kurt Maczek weist darauf hin, dass das Projekt in der Gemeindeversammlung am 6. Juni der Bevölkerung vorgestellt wurde. „Dies ist keine Nacht- und Nebelaktion, es wurde im Vorfeld mit allen Beteiligten durchgesprochen und vorliegendes Projekt als die beste Lösung erachtet“, so der Stadtchef, der den Punkt dann aber doch von der Tagesordnung nahm, obwohl er mit der absoluten Mehrheit der SPÖ hätte abgesegnet werden können. „Ich will mich nicht wieder als Baummörder beschimpfen lassen“, begründet Maczek diese Vorgangsweise. Nun wird es wieder ein Jahr dauern, bis ein neuer Busparkplatz in Angriff genommen werden kann. Dies erboste vor allem die bei der Gemeinderatssitzung anwesenden Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter der HTL Pinkafeld. Sie meinen, die Sicherheit der Schüler werde dem Parteien-Hickhack geopfert. „Es geht hier um die Sicherheit unserer Kinder und nicht um Parteien“, so Elternvereinsobfrau Franziska Karner. Direktorin Ilse Fiala-Thier geht noch einen Schritt weiter. „Wenn es einen Toten gibt, seid ihr schuld“, meinte sie in Richtung ÖVP.