Erstellt am 12. Dezember 2012, 00:00

Wirbel um hohe Preise. Bioenergie Burgenland / Nach der Insolvenz folgte die Übernahme der Heizanlagen in zwei Gemeinden. Abnehmer müssen mit massiven Preissteigerungen der Energiekosten rechnen.

Von Carina Ganster und
Michael Pekovics

KÖNIGSDORF/MISCHENDORF / In den letzten Monaten ist es ruhig geworden um die Bioenergie Burgenland GesmbH (betreibt drei Biomasseanlagen und sieben Heizwerke im Burgenland). Wie die BVZ bereits berichtete, musste das Unternehmen Ende Jänner einen Antrag auf ein sogenanntes Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung stellen. Vor zwei Wochen dann der Knalleffekt. Die Neuübernahme der Heizanlagen in Königsdorf und Mischendorf wurde besiegelt. Eine neu gegründete Firma, nämlich die KD-Nahwärme, hat die beiden Heizanlagen übernommen und ist mit 1. Dezember in Betrieb gegangen. Kritik kommt nun vor allem von den Abnehmern und der Gemeinde in Königsdorf, die über den Verkauf nur sehr kurzfristig informiert wurden. „Mit der Neuübernahme und dem neuen Vertrag, den die Abnehmer unterschreiben müssen, kommt auf die Kunden eine massive Preiserhöhung zu. Von bis zu 30 Prozent ist die Rede“, erklärt Königsdorfs Bürgermeister Dieter Wirth.

Rege Teilnahme an  Infoveranstaltung

Am Montagabend gab es dazu für die Abnehmer eine Informationsveranstaltung in Königsdorf. Masseverwalter Klaus Dörnhöfer musste den geschädigten Kunden Rede und Antwort stellen. Der Gemeindesaal war bis auf den letzten Platz gefüllt, immerhin gibt es in Königsdorf an die 90 Abnehmer, auch öffentliche Gebäude, wie der Kindergarten, die Gemeinde und die Schule werden mir Energie aus der Heizanlage versorgt.  „Wären wir, wie eigentlich üblich, im Vorfeld über den Verkauf informiert geworden, wäre die Möglichkeit bestanden, die Heizanlage in Form einer Genossenschaft zu betreiben. Die anwesenden Bürger hätten diesen Weg eher eingeschlagen, als eine Preissteigerung in Kauf zu nehmen“, erklärt Vizebürgermeister Mario Trinkl nach der Infoveranstaltung.

Als Entschädigung wurde den Abnehmern angeboten, die Schadenssumme durch die Preissteigerung über die Insolvenzmasse geltend zu machen. Das soll von der Gemeinde abgewickelt werden. Sich einen neuen Energieversorger zu suchen, betrachtet Trinkl als schier absurd. „Öl oder Gas wäre noch immer teurer“, meint er.

Mischendorf gibt sich kompromissbereit 

Weniger Probleme mit der Preiserhöhung scheint es in Mischendorf zu geben. „Auch bei uns werden die Preise angehoben. Die großen Abnehmer müssen mit einer Preiserhöhung von rund 20 Prozent rechnen, die privaten Abnehmer mit etwas weniger, aber das ist eben so. Uns haben die neuen Betreiber die Preissteigerung mit betriebswirtschaftlichen Gründen argumentiert. Jetzt auf ein anderes Heizsystem umzusteigen wäre viel teurer“, erklärt Amtmann Walter Dulmovits.