Erstellt am 12. September 2012, 00:00

wird`s dreckig. Attacken – in Oberwart geht?s rund.

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Von Vanessa Bruckner

OBERWART / An die untersten Schubladen, fertig und los! Seit 27. August dürfen die Parteien offiziell wahl„kämpfen“ - und das tun sie auch.

Aktuell bekanntester Vorfall: Vandalen haben das Auto von FPÖ-Spitzenkandidatin Ilse Benkö mit Öl beschmiert. Zudem wurden Plakatständer der Freiheitlichen Partei in Oberwart gestohlen und demoliert.

Rosner: „Nun wird es scheinbar richtig ernst“

„Eine unglaublich feige Aktion“, sagt Benkö, die Anzeige erstattet hat. Angst hat sie deswegen zwar nicht, trotzdem fahre sie jetzt jede Nacht ihre Runden durch die Stadt, um zu kontrollieren, ob alle Plakatständer noch da sind.

Die FPÖ scheint aber nicht nur „Opfer“ im Wahlkampfspiel um Oberwart zu sein. „FP-Kandidat Werner Knopf hat zu mir gesagt, dass er unseren Plakatständer vor seiner Videothek zerschneiden und wegschmeißen werde“, berichtet ÖVP-Vizebürgermeister Georg Rosner und sagt weiter: „Jetzt wird`s scheinbar ernst und vor allem, tief, was den Wahlkampf angeht.“ Knopf dazu: „Das ist geschäftsschädigend. Auch wenn das Plakat von Rosner auf öffentlichem Grund steht – ich will keine Parteiwerbung vor meiner Tür. Ich habe nur gesagt, dass der Wahlständer dort nicht stehen bleiben kann, vom Zerschneiden war keine Rede.“

Tallian: „Geschichte war ganz eine andere“

In einem anonymen Brief gibt ein Mann an, Augenzeuge gewesen zu sein, als SPÖ-Vizebürgermeister Alfred Tallian in einem Gasthaus Werbematerial einer gegnerischer Partei weggeworfen hat. Tallian dazu: „Die Kellnerin hat mir Werbematerial der ÖVP in die Hand gedrückt. Ich hab sie daraufhin angesehen und gefragt, ob sie nicht weiß, welches Amt ich inne habe. So hat sich die Geschichte richtig zugetragen.“

Pongracz: „Die SPÖ hat das nicht notwendig“

SP-Bürgermeister Gerhard Pongracz zum Vandalenakt an Benkös Auto: „Ich weiß, wie das ist. Mir wurde vor Jahren heißes Fett vor mein Haus geschüttet, auch das Auto meiner Frau hat man beschmiert und zerkratzt. Die SPÖ hat so etwas aber nicht nötig, wir sind keine nervöse Partei.“ Notwendig sind die Fotos auf der Facebook Seite seines Parteikollegen und Bezirksgeschäftsführer René Höfer wohl auch nicht, nichtsdestotrotz zeigen diese zweideutige Aufnahmen von Plakaten der FPÖ und ÖVP (siehe Foto). Höfer dazu: „Ich musste einfach schmunzeln, hegte aber keine bösen Absichten.“ Der SP-Bezirksgeschäftsführer selbst wurde wiederum, laut eigenen Angaben, Opfer eines anonymen Anrufes, bei dem ihm gedroht wurde. Details wollte Höfer aber nicht verraten.

Die Grünen, die Piratenpartei und die Liste Reinhard Perl können bis dato keine Negativmeldungen in ihrem Wahlkampf um Oberwart verzeichnen. Grünen Spitzenkandidatin Maria Racz zum Vandalenakt am Pkw von FPÖ-Kandidatin Benkö: „Solche Aktionen sind absolut unverständlich. Man sollte seinen Protest nur an der Stelle ausdrücken, an die man am Wahltag sein Kreuzerl setzt.“

Bürgermeister wurde Autoreifen zerstochen

Nicht nur in der Stadtgemeinde Oberwart wird im Wahlkampf scharf geschossen. In Großpetersdorf greift man scheinbar lieber zum Messer. SPÖ-Bürgermeister Wolfgang Tauss wurde kürzlich Opfer eines Angriffes gegen seine Person. „Unbekannte haben mir den rechten Vorderreifen meines Autos zerstochen, als ich in der Messe war“, berichtet Tauss. Ereignet hat sich der Vorfall, als Tauss bei der Amtseinführung des neuen Kaplans seiner Stadt in der Kirche weilte. „Ich hatte mein Auto gegenüber vom Gemeindeamt geparkt. Es war das einzige Auto, das dort stand. Als ich wegfahren wollte, habe ich bemerkt, dass ich einen platten Reifen habe. Einen schleichenden Defekt kann man ausschließen, außerdem ist laut Gutachten klar ersichtlich, dass der Reifen definitiv durchstochen wurde.“

Wolfgang Tauss hat den Vorfall bei der Polizei gemeldet. Er sagt: „Natürlich sind solche Ereignisse keine erfreulichen. Da setzt man sich unermüdlich für das Wohl der Menschen in der Gemeinde ein und dann passiert so etwas. Aber ich lasse mich davon nicht beirren und werde weitermachen. Das ist mir Großpetersdorf auf jeden Fall wert.“