Erstellt am 30. Dezember 2014, 14:49

von Vanessa Bruckner

Wirt geht in Offensive. Pächter des „Kulinarium im Petersbräu“ in Großpetersdorf protestiert mit Aushang gegen die neue EU-Lebensmittelverordnung zum Schutz von Allergikern.

Kritischer Gastronom. Karlheinz Jung tut seine Meinung zur neuen EU Verordnung unverblümt kund. Seinen Gästen gefällt's. Foto: Archiv  |  NOEN, Archiv/Werner Krug A-8020 Graz
„An das Gesetz muss ich mich zwar halten, aber meine Meinung darf ich in Österreich laut Gesetz ja auch zum Ausdruck bringen. Und genau das habe ich gemacht“, so Gastronom und Restaurantbetreiber Karlheinz Jung.

Konkret hat der Wirt seine Meinung zur neuen Lebensmittelverordnung der EU, welche die Auszeichnung von 14 Arten von allergieauslösenden Stoffen in den Gastronomie-Betrieben vorschreibt, zu Papier gebracht und in seinem Lokal ausgehängt. Nachlesen kann diese jetzt also jeder seiner Gäste.

In dem Schreiben weist Jung „aus Protest gegen diese Verordnung“ seine Kunden darauf hin, dass das Betreten seiner Lokalität und der Verzehr von Speisen auf eigene Gefahr und Verantwortung geschehe.

Der 54-Jährige sagt: „Die Gäste, die mit Allergien oder Unverträglichkeiten leben müssen, haben sich bis jetzt immer gemeldet und man hat gemeinsam stets eine Lösung gefunden, die dann auch serviert wurde. Jeder Wirt ist doch bestrebt, auf die Wünsche seiner Gäste einzugehen, alles andere wäre ja kontraproduktiv fürs Geschäft. Da brauche ich keine EU-Verordnung dazu.“

Jung: „Einschränkung der persönlichen Kreativität“

Der gebürtige Vorarlberger, der in seiner Berufslaufbahn in vielen Ländern der Welt gearbeitet hat, geht auch mit der nächsten geplanten EU-Verordnung ins Gericht. So heißt es in seinem Schreiben weiter: „Der nächste Unsinn der EU ist schon in Bearbeitung und soll 2016 in Kraft treten. Dann werden Gastronomen ihre Speisen nämlich Nährwertanalysen unterziehen müssen.“ Dies bedeutet für Jung nicht nur eine „krasse Einschränkung der persönlichen Kreativität am Herd“. Er setzt die Verordnung gar mit einer „Entmündigung“ gleich.

Karlheinz Jung im Gespräch mit der BVZ: „Wenn diese Verordnung erst mal am Tisch ist, gibt es nur noch einen Einheitsbrei, anders ist das gar nicht machbar. Jene Politiker, die solch einen Unsinn beschließen, haben keine Ahnung von der Arbeit als Gastronom.“ Am Ende des Schreibens lässt der Wirt „nichtsdestotrotz die Konzerne und ihre Lobbyisten hochleben, die uns wieder einmal gezeigt haben, wie man es sich richtet.“

Das Feedback seiner Gäste auf seine zu Papier gebrachte Meinung sei, so Karlheinz Jung, durch die Bank positiv.