Erstellt am 31. Oktober 2012, 00:00

„Wos liegt, des pickt“. Jubiläum / Vier Männer, 24 Karten, eine Leidenschaft. Seit 25 Jahren trifft sich die Kartenrunde jeden Sonntag in Günseck - ohne Ausnahme!

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Von Vanessa Bruckner

GÜNSECK / Die Besetzung ist einzigartig, und das im doppelten Sinn. Franz Klein, Adolf Kunar, Hans Kappel und Christian Lackner pracken seit einem viertel Jahrhundert jeden Sonntag die Karten auf den Wirtshaustisch. Neben dieser Tatsache, ist eben auch die Besetzung einzigartig: „Wir lassen sonst niemanden mitspielen, da sind wir heikel“, gibt Franz Klein lachend zu.

Klein: „Gestritten 

Sonntag für Sonntag trifft sich der Becom-Chef mit seinen drei Spezies im örtlichen Gasthaus, um sich jede Woche aufs Neue „auszuschnapsen“, wer der beste Kartenspieler der Runde ist.

„Angefangen hat alles 1987, als wir bei einem Preisschnapsen in Redlschlag waren. Die hatten dort einen Sparverein. Am Ende des Tages haben wir beschlossen, dass wir auch bei uns im Ort einen Sparverein brauchen. Da man aber anwesend sein muss, wenn die Leute im Wirtshaus ihr Geld einzahlen, haben wir halt nebenher angefangen, Karten zu spielen - und das tun wir bis heute“, erzählt Klein schmunzelnd.

Die vier Männer spielen klassisches „Zweier-Schnapsen“. Um 10 Uhr geht es los, um halb 12 ist Schluss. „Die Zeit wird penibel eingehalten. Das gibt es nicht, dass wir einmal länger spielen“, sagt Klein. In die Haare haben sich die Kartenspieler in den vergangenen 25 Jahren noch nie bekommen. „Gestritten wird nicht, und wenn einmal einer am Sonntag nicht kommen kann, wird er durch niemand anderen ersetzt.“

Das kommt allerdings äußerst selten vor, dass einer nicht kommt, geschweige denn, dass sich die Partie gar nicht trifft. Günseck. Sonntag Vormittag. 10 Uhr. Vier Männer, 24 Karten. Wie das Amen im Gebet.

Hobby. Christian Lackner, Hans Kappel, Franz Klein und Adolf Kunar (v.l.) sind „Spielfreunde“ fürs Leben. Die Männer haben sich im Laufe der Jahre eine ganz eigene Kartensprache angeeignet. zVg