Erstellt am 23. Mai 2012, 00:00

„Zahlen sind manipuliert“. VERKEHR / Bürgerinitiative „Pro Bahn“ kritisiert Verkehrskonzept Süd: „Schlussfolgerungen basieren auf Statistikschrott.“ Land kontert: „ Zahlen nicht vermischen!“

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REGION / Der Druck der Bürgerinitiative „Pro Bahn“ wird größer. In einer eigens einberufenen Pressekonferenz übten die Vertreter harte Kritik am „Öffentliche Verkehrsmittel-Verkehrskonzept Südburgenland“, das auf Auftrag der Landesregierung vom Verkehrsverbund Ostregion (VOR) erstellt wurde.

„Im Norden setzt das Land auf die Bahn, im Süden auf den Bus. Nur um dieses Dogma zu untermauern, wurde das Konzept erstellt und mit falschen manipulierten Zahlen operiert“, kritisieren Dietrich Wertz, Johanna Glaser und Christoph Wachholder. Verwendet wurden laut den „Pro Bahn“-Aktivisten nämlich nur die (Tages-)Arbeitspendler – weder die Wochenpendler noch Schüler oder Studenten scheinen in den Aufstellungen auf. „Und auch andere Bevölkerungsgruppen wie Pensionisten und Touristen wurden nicht berücksichtigt“, kritisiert die Bürgerinitiative. „Das Konzept beruht auf Schwindelstatistiken und ist nicht haltbar. Aus einem Haufen Datenmüll werden Maßnahmen abgeleitet, die einen brutalen Anschlag auf das Südburgenland darstellen.“ Tatsächlich wird auf der Pendlermatrix im ÖV-Konzept angegeben, dass aus dem Bezirk Oberwart 1.803 Personen nach Wien pendeln. Es sind aber (laut Statistik Austria) 3.961 Pendler. „Es hat den Anschein, als diene das Konzept nur dazu, die Argumentation des Landes zu unterstützen“, so Wertz.

Zuständiger vom Land: „Man  muss Bus und Bahn trennen“

„Die Zahlen der aktuellen Erwerbsstatistik waren nicht dabei, da diese zum Zeitpunkt der Erstellung unserer Studie noch nicht verfügbar war“, kontert Verkehrskoordinator Peter Zinggl. „Die Strecke Oberwart-Friedberg ist nur ein kleiner Teil unseres Konzeptes. Wir haben uns mit der Verkehrssituation des gesamten Südburgenlandes auseinandergesetzt. Die Initiative „Pro Bahn“ vermischt die Zahlen. Man muss hier schon klar trennen, wer mit der Bahn oder mit dem Bus fährt.“-->

Dietrich Wertz und Christoph Wachholder zeigen, was sie vom ÖV-Verkehrskonzept halten.