Erstellt am 05. November 2013, 13:01

,Zentrale‘ Hochzeiten. Standesämter / In jedem Bezirk soll es bald einen Standesamtsverband geben. Geheiratet wird aber nach wie vor auf den Gemeindeämtern. Die Vorarbeiten sollen aber zentralisiert werden.

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Von Michael Pekovics

REGION / In einer Arbeitsgruppe des Innenministeriums wird derzeit am Plan gebastelt, für jeden Bezirk einen Standesamtsverband zu installieren. Gilbert Lang, Amtmann in Güssing und Leiter der burgenländischen Standesbeamten, arbeitet aktiv am Vorhaben mit, das derzeit noch nicht in allen Gemeinden bekannt ist.

„Standesbeamte führen nicht nur Eheschließungen durch, sondern haben eine Vielzahl von weiteren Aufgaben zu erledigen, wie etwa das Personenstands- oder Namensrecht“, weiß Lang. „Weil jeder Ehewillige nach dem Recht in seiner Heimat beurteilt wird, stellt dies viele Standesbeamte in den Gemeinden oft vor große Probleme. Das erfordert viel Wissen und Erfahrung.“ Vor allem in kleineren Gemeinden, die vielleicht nur wenige, dafür aber komplizierte Fälle zu bearbeiten haben, sei das immer wieder ein Problem. Josef Fixl, Amtsleiter der Gemeinde Hannersdorf, unterstreicht das: „Ich hatte einmal einen Fall mit Schweizer Staatsbürgern auf meinem Schreibtisch. Das Eruieren hat Tage gedauert. Wenn man nicht ständig mit der Materie befasst ist, ist alles sehr kompliziert.“

Richtig konkret ist der Standesbeamtenverband aber noch nicht. Lang rechnet mit einer Einführung per 1. Jänner 2015. „Alle Gemeinden, die mitmachen wollen, müssen das auch beschließen. Außerdem braucht es eine Verordnung des Landeshauptmannes.“ Die Einführung per Jahresbeginn 2015 sei auch deshalb realistisch, weil die Einführung des Zentralen Personenstandsregisters per 1. November 2014 eine weitere Vereinfachung des Systems bringen wird.

Vorteile für Gemeinden und für Bürger

Laut Lang ergeben sich durch den Verband auch Vorteile für den Bürger. „Dann bekommt man alle Informationen aus einer kompetenten Hand. Geheiratet wird ja nach wie vor am Standesamt in den Gemeinden.“ Für die Kommunen wiederum habe der Standesbeamtenverband ebenfalls Vorteile: „Die EDV-Programme, Drucksorten, Kosten für Aus- und Weiterbildung – all das wird wegfallen. Außerdem haben die Standesbeamten dann mehr ‚Luft‘ für andere Einsatzgebiete.“