Erstellt am 25. April 2012, 00:00

Zuwenig Schüler: Die HTL bangt um Internat. BILDUNG / Mitarbeiter fürchten um Jobs und sprechen von „Einschüchterungsversuchen“. Doch die Leiterin dementiert.

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VON MICHAEL PEKOVICS

PINKAFELD / Um das Internat der HTBL Pinkafeld ist es nicht gut bestellt. Waren es früher bis zu 500 Schüler, die hier während der Woche wohnten, hat sich die Zahl im Laufe der Jahre auf aktuell knapp 100 verringert. Die Gründe sind vielfältig: Generell sinkende Schülerzahlen, bessere Verkehrsanbindung mit Bussen und ein größeres Angebot an HTLs im Bundesgebiet. Dadurch fehlen natürlich die Einnahmen, die für die Aufrechterhaltung des Betriebs notwendig sind. Betrieben wird das Internat vom „Verein zur Förderung der Schulen in Pinkafeld“.

In einer kürzlich stattgefundenen Besprechung mit allen Angestellten wurde die Thematik angesprochen. Auch im Gespräch mit der BVZ gibt Geschäftsführerin Andrea Liebmann zu, dass „die finanziellen Schwierigkeiten gravierend sind“: „Aber wir sind noch in einer Phase, wo man das Schlimmste, wie zum Beispiel den Abbau von Stellen, verhindern kann.“

Harte Vorwürfe gegen  Liebmann in Leserbrief

 

Doch genau diesen befürchtet ein Mitarbeiter des Vereins und wandte sich mit einem anonymen Leserbrief an die Medien. Darin zu lesen: „Bei der Sitzung versuchte Liebmann die Beschäftigten zur Unterzeichnung eines neuen Vertrages zu überreden, in dem eine gesetzlich verankerte Zulage in der Höhe von 150 Euro gestrichen werden sollte. Sie hat dabei auch mit Entlassung gedroht und gemeint, wer nicht unterschreibt, muss mit Kündigung rechnen, weil es schlecht um den Verein steht.“ Derzeit verfügt der Verein über 30 Mitarbeiter.

Liebmann dementiert die Vorwürfe, sie habe Druck ausgeübt: „Ich habe schon in die Richtung argumentiert, dass Jobs in Gefahr sind, wenn wir unsere finanziellen Probleme nicht in den Griff bekommen. Aber ich habe weder jemanden mit Kündigung bedroht noch anderweitig versucht, Druck auszuüben.“ Laut ihr sei es aber nun mal Fakt, dass die Alternative zum Sparen der Verlust von Arbeitsplätzen sei. „Konkret geht es um eine Zulage von rund 80 Euro im Monat“, erkärt die Geschäftsführerin. „Ein Betrag, der die Mitarbeiter nicht so stark belastet hätte, dem Verein aber inklusive Lohnnebenkosten 60.000 Euro pro Jahr erspart hätte.“

Derzeit wird nach einer Lösung für das Internet gesucht. Laut Liebmann sei der Verein gerade dabei, ein neues Präsidium zu finden: „Keine leichte Aufgabe in dieser Situation.“ Hinter den Kulissen war zu hören, dass Stadtchef Kurt Maczek neuer Präsident werden könnte.