Der abschließende Samstag der Frequency-Premiere
in St. Pölten lieferte wertvolle Erkenntnisse. Das Festival kommt zwar
ohne Salzburg, aber offensichtlich nicht ohne Regen aus. Mando Diao
sind Garant für routinierten Rock. Und: The Prodigy pfeifen auf das
derzeit schwer angesagte Revival des Hippie-Kults.
Woodstock
und der Geist von Flower-Power wird gerade zum 40-jährigen Jubiläum
melancholisch-verklärt abgefeiert. Von der Hippie-Attitüde halten The
Prodigy gar nichts: "Mein Hund wird Euch alle töten", stand bei deren
Auftritt zum Abschluss des Festivals auf dem Sakko von Sänger Keith
Flint. Und auch sonst waren die Botschaften klar - von "Poison" über
"Invaders Must Die" bis zum politisch unkorrekten "Smack My Bitch Up",
dargeboten im fesselnden Electropunk, wie man ihn aggressiver kaum
bringen kann.
Natürlich wirkt The Prodigy in der Halle
intensiver als auf einem offenen Gelände. Trotzdem verstanden es Flint,
sein Shouter-Kollege Maxim, ein wahrer Predator auf der Bühne, und DJ
Liam Howlett (der kreative Kopf), ihre Darbietung dynamisch zu halten.
Die Lautstärke und der gute Sound kamen ihnen dabei zu Hilfe. Wie viele
Breakbeats aus der Konserve stammten, ist unwichtig, The Prodigy sind
ein Ereignis, kein Konzert. .
Ziemlich am Anfang lockte eine der interessanten neuen Bands im Bereich
Folk-Rock das Publikum in den strömenden Regen. Port O' Brien gelang es
die mitunter intime Lagerfeuer-Atmosphäre ihrer Lieder in einen großen
Rahmen zu verpacken, wobei die Kalifornier und gelegentlichen
Lachsfischer in Alaska geschickt mit der E-Gitarre Kontrapunkte zu
Mandoline und Banjo setzten. Zu hören gab es auch Songs aus ihrem
demnächst erscheinenden zweiten Album "Threadbare".
Bei den sonnigen MIA. schließlich
nieselte es nur, auch bei Mando Diao tröpfelte es lediglich vom Himmel
- und aus den Boxen. Die Darbietung war routiniert, der Ausdruck
lässig, das Ergebnis befriedigend. Mindestens die Hälfte des Publikums
hatte ein seliges Lächeln im Gesicht.
Apropos Regen: Die Bands, die am
Samstag in der Halle spielten, hatten offenbar einen Vertrag mit dem
Wettergott abgeschlossen. Der Raum vor den zwei überdachten Bühnen war
so voll wie nie, und Kreisky bewiesen mit ihren in laute Töne
gegossenen Panikattacken einmal mehr, dass sie momentan Österreichs
heißeste Band sind.
Dieses Forum ist für jedermann zugänglich, daher bitten wir Sie, die Netiquette einzuhalten.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für krass unsachliche, rechtswidrige oder moralisch bedenkliche Beiträge sowie Beiträge,
die dem Ansehen des Mediums schaden, und behält sich vor, diese zu löschen, sowie nötigenfalls den Account
zu sperren.
Sie als Verfasser haften für sämtliche von Ihnen veröffentlichte Beiträge selbst und können dafür auch
gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden. Beachten Sie daher bitte, dass auch die freie Meinungsäußerung
im Internet den Schranken des geltenden Rechts, insbesondere des Strafgesetzbuches
(Üble Nachrede, Ehrenbeleidigung etc.) und des Verbotsgesetzes, unterliegt.
Die Redaktion behält sich vor, strafrechtlich relevante Tatbestände gegebenenfalls den zuständigen Behörden zur Kenntnis zu bringen.