Erstellt am 23. April 2015, 14:16

Die Küche im Garten. Auf heißen Kohlen lässt sich nicht nur Fleisch zum Verzehr zubereiten – wie Kreativität auf den Griller kommt und worauf man prinzipiell bei dieser Kochkunst achten sollte.

Feine Häppchen: Brot mit Mozzarella belegen, mit Thymian bestreuen und auf dem Grill kross werden lassen.  |  NOEN, zi3000 / Shutterstock.com

Die Frühjahrssonne kitzelt in der Nase und schon packt einen die Lust auf wohlschmeckende Würstchen und Gemüsespieße. Die Grillzeit hat ihre Hochsaison vom zeitigen Frühjahr bis in den späten Herbst – und hat für Adi Matzek aus Horn nicht nur Vorzüge für Feinschmecker.

Er erkannte auf einer Studienreise in Holland die positiven Aspekte des Grillens, wie zum Beispiel die fettarme Zubereitung oder die Erhaltung der natürlichen Inhaltsstoffe. Und: Das Grillen fördert den kommunikativen Zusammenhalt der Menschen. Der Doppel-Grillweltmeister will die Menschen davon überzeugen, dass das Grillen zu jeder Jahreszeit die bekömmlichste Form der Essenszubereitung darstellt.

Grillen auch als Wirtschaftsfaktor wichtig

Richtig, auch im Winter: Die Grillplatte muss nicht nur als Toaster verwendet werden und das Raclette ist überhaupt ein Vergnügen für die ganze Familie, wo das „Kochen“ mit dem Austausch vereint wird. Selbst im Frühjahr kann das eine Alternative sein, wenn es draußen stürmt oder schüttet. Davon gehen wir einmal nicht aus, immerhin ist man nach dem Winter sonnenhungrig.

Der NÖ Wirtschaftspressedienst berichtete übrigens schon im Vorjahr, dass sich das Grillen zur kulinarischen Freizeitbeschäftigung ersten Ranges – und zu einem beachtlichen Wirtschaftsfaktor – entwickelt hat. Davon profitieren die Fleischwaren- sowie Gewürzerzeuger – und natürlich die Grillhersteller.

Wie das Fleisch zum Grillen gebracht werden soll, darüber können sich die Geister scheiden. Christoph Schaufler, Landesgrillmeister des Jahres 2013, empfiehlt einen Kugelgrill. Dieser sollte „einseitig“ verwendet werden: Die glühende Kohle wird nur auf einer Seite (zum schnellen Anbraten des Fleisches) und die andere, kohlenfreie Seite zum Garen benutzt.

Richtige Hitze entscheidend

Wichtig ist, dass die Kohle weiß ist, bevor das Fleisch aufgelegt wird. Matzeks Tipp: Die ideale Hitze ist erreicht, wenn die Handfläche ungefähr zehn Zentimeter über den Grillrost gehalten wird – und man 21, 22 und 23 zählen kann.

Der vorgeglühte Rost sollte mit einer leicht speiseölgetränkten Küchenrolle benetzt werden. Würstel können zunächst in der indirekten Zone erwärmt werden: Das ist jene Fläche, in der keine Kohle liegt. Seine persönliche Genussempfehlung: Mit Bier bestrichene Würstel werden besonders knusprig.

Schaufler tupft übrigens das marinierte Fleisch vor dem Grillen ab und brät dieses schnell an, um Röstaromen erzeugen zu können. Zum Durchgaren wird die noch rohe Kost auf die Seite des Kugelgrills ohne Kohle gelegt und der Deckel zugemacht. So wird der Grill in einen Backofen verwandelt – und das Fleisch bleibt saftig.
 

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„Die Fleischflüsterer“ waren die Landesgrillmeister des Vorjahres und raten dazu, das Grillgut erst kurz vor dem Ende der Grillzeit zu würzen. Frische Kräuter verbrennen sonst. Und sie raten jedem Hobbygriller, vor dem Rost ihre Kreativität ausleben zu lassen.

Sie können Schafkäse mit Gemüse (wie Spargel und Spinat) gut gewürzt in der Folie zubereiten, das begeistert die Gäste bestimmt. Süßspeisen können ebenso am Grill gezaubert werden: Feigen mit geriebenen Nüssen etwas Zucker und Butterflocken gewürzt und fünf Minuten in den geschlossenen Grill gelegt ein herrliches Dessert.

Schauflers Rezept für eine Vorspeise: Getrocknete Marillen mit Blauschimmelkäse füllen, mit Frühstücksspeck umwickeln (mit Zahnstocher fixieren). So lange braten, bis der Speck schön braun ist.


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