Erstellt am 19. Oktober 2007, 00:00

„Armer Maler“. Rezepttipp von KARLHEINZ „JULIUS“ LAGLER, Künstler, Grafemühle

Entgegen der landläufigen Meinung, Künstler seien ein Volk von Schlemmern und Säufern, geht‘s in der realen Malerküche doch etwas bodenständiger zu:
Oftmals gar nicht den ihnen angedichteten Völlereien hold, wird zwar Buntes, doch keineswegs Teures aufgetischt. Eine hervorragende Basis für abwechslungsreiches Allerlei bietet die bekannte Semmelknödelmasse, aber nicht in Form einer Beilage, vielmehr eignet sie sich in der gebutterten Auflaufform zum Versenken diverser Überbleibsel der vorangegangenen Tage, Gemüseteile sind ebenso erwünscht wie Bratenreste oder G‘selchtes, reichlich Zwiebel und Kräuter, alles feinst geschnitten und gehackt; recht bunt, bitte sehr!

Mit Oregano und Rosmarin lebt man einen Tag wie Michelangelo, mit Kräutern der Provence ist man bei den großen Franzosen, und Gaudi lässt mit Chilli grüßen. Eines gesteht der Rezeptgeber als Waldviertler nur ungern: Mit Mohn hat er‘s noch nicht versucht, aber in einem kleinen Dorf wird‘s sicher bald auf der Karte zu finden sein. Backzeit je nach Massegewicht 25 bis 30 Minuten, mittlere Hitze, als Beilage Salate und immer Rote Rüben (der Farbe wegen).