Erstellt am 24. September 2014, 14:12

Leberkäse: Zwei von 33 Produkten durchgefallen. Traditionelles "Fast Food": Seit zweihundert Jahren steht der Leberkäse auf der Speisekarte der deutschsprachigen Welt. Hierzulande findet man heute meist weder Leber noch Käse im beliebten Schmankerl, allerdings mitunter Keime, die auf den Magen schlagen können, zeigt eine Untersuchung von VKI und AMA.

 |  NOEN, Erwin Wodicka - wodicka@aon.at
Zwei von 33 Erzeugnissen fielen durch, hieß es am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Regionale Anbieter aus Niederösterreich, Oberösterreich, Wien und der Steiermark wurden ebenso berücksichtigt wie Vertreter aus Bayern. Experten und Laien haben die Proben wissenschaftlich und auch "auf Herz und Nieren" hinsichtlich Geruch, Geschmack, Aussehen und Konsistenz unter die Lupe genommen. In der Gesamtwertung stehen zwei "Nicht zufriedenstellend" zehn "Sehr gut" gegenüber.

"Abgelaufen" vor Ablaufdatum

Grundsätzlich könne die angebotene Qualität überwiegend überzeugen, in Sachen Herkunftskennzeichnung wünschen sich die Verbraucherschützer allerdings mehr Transparenz. Die beiden Schlusslichter, "Spar Natur pur Bio-Leberkäse" und Gumprecht Pferdeleberkäse, waren am letzten Tag der Mindesthaltbarkeit nicht mehr für den Verzehr geeignet, so Vertreter vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) und Agrarmarkt Austria (AMA). Jedes zweite untersuchte Produkt trug ein AMA-Gütesiegel.

Wo hierzulande "Leberkäse" drauf steht, muss Schweine- und Rindfleisch, Schweinespeck und Wasser drinnen sein. Weichen die Zutaten ab, muss dies aus der Bezeichnung erkenntlich sein (Pferdeleberkäse zum Beispiel). Die üppige Speise sollte möglichst rasch verbraucht und nicht zu oft konsumiert werden. Laut VKI-Ernährungswissenschafterin Birgit Beck kommen 100 Gramm auf mehr als 300 Kilokalorien und einen Fettgehalt zwischen elf und 28 Prozent. Eine Leberkäs-Semmel sollte also als vollwertige Mahlzeit gerechnet werden. Bei einer Preisspanne zwischen 43 Cent und 1,81 Euro muss gute Ware nicht teuer sein, versicherte die Spezialistin.

Die Tester konnten den offen und verpackt angebotenen Lebensmitteln alles in allem zwar überwiegend gute Noten ausstellen, wer auf lokale Herstellung Wert legt, habe aber oft Probleme mit der Nachvollziehbarkeit der Herkunft der Zutaten. Wo etwa die verarbeiteten Schweine gemästet und geschlachtet wurden, ist nur bedingt transparent. Ebenso wie die Verwendung manch umstrittener Zusatzstoffe. Wasserbindende Diphosphate können etwa für mehr Saftigkeit sorgen, sind aber in Bio-Produkten verboten.