Erstellt am 12. Juni 2013, 00:00

Ärger im Paradies. Trainerwechsel / Der UFC Purbach trennte sich mit sofortiger Wirkung von Coach Günther Schiffer. Bernd Kaintz übernimmt bis Saisonende. Von Philipp Frank

Ende einer Ära. Günther Schiffer und der UFC Purbach gehen ab sofort getrennte Wege. Foto: Frank  |  NOEN, Frank

Der Vizemeistertitel ist dem UFC Purbach nicht mehr zu nehmen – eigentlich sollte am Türkenhain alles eitel Wonne sein. Doch spätestens seit Montag ist etwas Feuer am Dach. Trainer Günther Schiffer wurde mit sofortiger Wirkung beurlaubt. „Dafür gibt es drei Gründe“, erklärte Purbachs Sportlicher Leiter Adi Steindl den überraschenden Schritt vor dem letzten Spieltag.

„Erstens hat er die Anweisungen des Obmanns nicht befolgt“, so Steindl weiter. Trainer Schiffer sollte die beiden Kicker Birol Aydin und Aleksandar Marinkovic nur mehr teilweise berücksichtigen und die jungen Spieler wie Imre Szeles forcieren. Außerdem soll der Ex-Coach Spieler an andere Vereine vermittelt haben. „Er hat unsere Kicker bei anderen Vereinen angeboten“, so der Purbacher Funktionär.

Im konkreten Fall meint er Marko Markovic, der zu den Admira Amateuren wechselt. Punkt drei der „Abschussliste“ ist ein mangelnder Informationsfluss. „Er ist in Urlaub gefahren, ohne uns zu informieren“, ärgerte sich Steindl, und fügte an: „Das alles zusammen hat dann eben zur Trennung geführt!“

„Art der Trennung ist unterste Schublade“

Der scheidende Coach wehrte sich aber gegen die Kritik der Vereinsfunktionäre. „Was ich in meiner Freizeit mache, ist wohl mein Kaffee. Am Dienstag haben alle Spieler ein Lauftraining mit der Pulsuhr am Programm stehen. Beim Abschlusstraining am Donnerstag wäre ich wieder da gewesen“, konterte Schiffer der Kritik.

„Außerdem“, fügte er an, „weiß ich als Trainer wohl am besten, wen ich aufstelle und wen nicht. Wenn mir der Obmann oder der Sportliche Leiter bei der Aufstellung dreinreden wollen, dann brauchen sie keinen Trainer, sondern nur einen Übungsleiter.“ Der Punkt „Spieler an andere Vereine zu vermitteln“ stößt dem Ex-Betreuer besonders sauer auf: „Wenn mich Trainer fragen, wie gewisse Spieler sind, gebe ich ihnen eine ehrliche Antwort. Warum sollte ich einen Kicker schlecht machen, nur damit er beim UFC bleibt? Ich finde die Art und Weise, wie es zur Trennung gekommen ist unter der Gürtellinie und unterste Schublade. Nach all den Erfolgen, die wir gemeinsam gefeiert haben, hätte ich mir nicht gedacht, dass es so enden würde“, fügte Günther Schiffer noch an.

Bis zum Saisonende soll nun der verletzte Routinier Bernd Kaintz das Training leiten und auch beim letzten Heimspiel gegen Neuberg auf der Betreuerbank sitzen.