Erstellt am 21. Januar 2015, 07:04

von Bernhard Fenz

BFV: Von Eisenstadt ins VIVA Steinbrunn?. Der Burgenländische Fußballverband könnte seinen Hauptsitz ins Landessportzentrum verlegen – erste Gespräche gab es bereits.

Vergrößertes Zentrum? Das VIVA Landessportzentrum Steinbrunn könnte neue Heimat von burgenländischen Sportverbänden werden. Nachgedacht wird aktuell über eine mögliche Übersiedelung des BFV.  |  NOEN, Bernhard Fenz
BFV/VIVA Landessportzentrum, Industriegelände 1, Steinbrunn: So oder so ähnlich könnte einmal die Adresse unseres größten Sport-Fachverbands lauten.

„Als Geschäftsführer des VIVA-Landessportzentrums
kann ich diese Variante nur begrüßen.“
Bernd Dallos, verantwortlich für den Betrieb und
Befürworter eines BFV-Standortwechsels

Noch ist es eine Vision. Im Hintergrund wird aber bereits die Machbarkeit geprüft, um das Thema tatsächlich konkret behandeln zu können. So soll der Verband durch eine Übersiedelung vom jetzigen Standort am Hotterweg 67 in Eisenstadt ins zwölf Kilometer entfernte VIVA Steinbrunn eine Effizienz-Steigerung erreichen.

Präsident Gerhard Milletich: „Es gibt ein Konzept, das auf Landesebene angedacht ist, wo eben auch der BFV involviert ist und in einem Haus unterkommen könnte, um die Kosten und die Verwaltung rationeller zu gestalten. Im Grunde genommen ist diese Überlegung o.k., trotzdem ist zu bedenken, dass man als Verband eine gewisse Selbstständigkeit behalten will.“

Thema längst mehr als nur loses Geplänkel

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Noch sei es aber laut dem BFV-Boss ohnehin zu früh, wirklich konkret darüber zu sprechen: „Wir fassen diese Variante noch nicht direkt ins Auge – das müsste ja auch erst einmal im Vorstand behandelt werden –, aber es ist trotzdem eine Frage, der man sich stellen sollte. Wenn es Synergien gibt, die für uns Sinn machen, müsste man darüber nachdenken.“

Nachgedacht wird. Auch wenn es keinen offiziellen zeitlichen Rahmen für mögliche weitere Schritte gibt: Das Thema ist längst mehr als nur ein loses Geplänkel.

VIVA-Geschäftsführer Bernd Dallos zeigte sich nach dem ersten Kontakt jedenfalls zufrieden: „Man muss sich alles im Detail ansehen. Ich kan nur sagen, dass eine Übersiedelung des Burgenländischen Fußballverbands grundsätzlich eine Aufwertung für das VIVA und ein zu begrüßender Schritt wäre.“

„Wichtig, mit allen einmal an einem Tisch zu sitzen“

Bezüglich Machbarkeit ist die Sache für den ehemaligen Fußball-Profi Dallos klar. „Wichtig ist, sich den Flächenbedarf genau anzusehen und mit allen Beteiligten einmal an einem Tisch zu sitzen. Die Kapazitäten, um den Fußballverband samt Trainings-Betrieb einzugliedern, haben wir definitiv.“

Daran ändere übrigens auch der Umstand nichts, dass Fußball-Bundesligist SC Wiener Neustadt im Haus eingemietet ist und mit den Profis seine Einheiten vor Ort abspult. Für die Kosten-Nutzen-Rechnung könnten sich jedenfalls beidseitige Vorteile ergeben.

Das VIVA Landessportzentrum hätte für die Entwicklung eines breiter aufgestellten Sport-Stützpunktes somit den größten Fachverband an Land gezogen, der BFV wiederum könnte bei den laufenden Betriebsausgaben – beispielsweise für die Instandhaltung – langfristig Geld sparen. Eine Kostenreduktion ist auch die Grundbedingung, ohne die von Verbandsseite ein Standortwechsel gar nicht infrage kommen würde.

BFV-Gelände: Verkauf wäre „kein Thema“

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Was bei einer tatsächlichen Übersiedelung übrigens mit dem jetzigen BFV-Gelände in der Landeshauptstadt passieren würde, bleibt offen. Wenn, dann wäre aber wohl eine Vermietungs- oder Verpachtungs-Lösung logisch.

Denn Milletich stellt deutlich klar, dass die Liegenschaft in Eisenstadt so oder so in Besitz des Fußballverbands bleiben werde. „Egal, was in der Zukunft passiert: Für mich ist es nicht denkbar, dass man da etwas verkauft. Dafür bin ich nicht zu haben – dieses Eigentum ermöglicht auch die nachhaltige Arbeit des Verbands.“

Strukturell wären im VIVA beim hinteren Trakt übrigens entsprechende (Büro-)Räumlichkeiten vorhanden, die Trainings-Möglichkeiten gibt es ohnehin durch die Naturrasenplätze, den Kunstrasenplatz und die Halle. Dallos: „Schon jetzt finden Nachwuchstrainings-Einheiten des BFV bei uns statt.“

Seitens des Landes wollte Landeshauptmann und Sportreferent Hans Niessl noch nicht zu sehr in die Offensive gehen, aber auch er stellte vorab klar: „Ich begrüße die Gespräche des BFV mit dem Landessportzentrum und halte eine Konzentration von Infrastruktur und Verwaltungsgebäuden grundsätzlich für sinnvoll, da davon alle profitieren könnten. Jedoch sollte – bevor solche Schritte gefasst werden – eine Evaluierung gemacht werden.“

Kurzum: Das Match ist im Gang – auch wenn noch taktiert wird. Aber das ist bei jedem wichtigen Spiel kurz nach Anpfiff die Regel.

Wissenswertes:

  • Der Burgenländische Fußballverband (BFV) hat seit mittlerweile 1990 seine Heimat am Hotterweg 67 in Eisenstadt.

  • Auf dem rund 30.000 Quadratmeter großen Grundstück im Süden Eisenstadts steht rund 25 Jahre lang schon der offizielle Verbands-Stützpunkt mit der Geschäftsstelle.

  • Nicht nur das. Im sogenannten „Sportlichen Haus“ werden nebenbei für Nächtigungszwecke auch Zimmer angeboten. Seit Sommer 2014 sind (fast) alle Unterkünfte von Schülern belegt, die aufgrund des Umbaus des Bundesschülerheims hier eine Ersatz-Bleibe erhalten haben.

  • Am Trainings-Gelände (mit einem Hauptfeld, einem kleineren Trainingsplatz sowie einem Kunstrasenplatz) sind zudem die Nachwuchs-Kicker aktiv. Eisenstadt ist klarerweise einer der landesweiten Stützpunkte für die Talente-Schmiede, startend mit dem FTT (Fußball-Talente-Training), dem BAZ (Bezirksausbildungszentrum) und dem LAZ (Landesausbildungszentrum).

  • Außerdem nutzen Kampfmannschaften im Winter das künstliche Grün für Testspiele.